Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 49.1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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kung der Inflation machte sich in jeder Weise geltend. Nicht nur, daß das Kapitalvermögen der Hochschule seihst entwertet wurde, traf der Umschwung auch ihre Mitglieder und Freunde so hart, daß von ihnen nicht "mehr jene Förderung erwartet werden konnte, die sie lange bereitwilligst gewährt hatten. Persönliche Werbungen in weitesten Kreisen unserer Glaubensgenossen brachten einen gewissen Ersatz für das Verlorene. Aber so dankenswert diese Spenden waren, es waren nicht, wie früher, feste Beitrage, sondern nur gelegentliciio Gaben, und der Verfall der Wirtschaft während der letzten Jahre hat sie zum Versiegen gebracht, das Fehlen des früheren fundierten Wohlstands ist überall fühlbar. Eine Zeitlang schien es, als ob von den seit 1921 gegründeten Landesverbänden der jüdischen Gemeinden die Hilfe kommen sollte. Sie erkannten die Erhaltung der für die Gesamtjudcnheit bedeutsamen Anstalten als eine ihrer Aufgaben an, bewilligten diesen dahe<r auch ansehnliche jährliche Zuschüsse. Die süddeutschen Verbände waren sogar bereit, durch Selbstbesteuerung die erforderlichen Beträge aufzubringen. Der Preußische Landesverband konnte sich, da er kein Steuerrecht besitzt, diesem Vorgehen nicht anschließen. Leider aber hat sich das Eingreifen des Preußischen Landesverbandes mit der Zeit als wenig nützlich erwiesen; seine Subvention, die 1925 mit 50 000 RM. begann, ist im Laufe der Jahre immer mehr zurückgegangen, für 1932 waren nur noch 19 500 RM. in den Etat eingestellt, aber auch ihre Auszahlung ist nicht gesichert. Dieser ständige Rückgang trifft unsere Finanzen um so härter, als die einzelnen Gemeinden, die es früher als eine Ehrenpflicht angesehen hatten, der Hochschule Jahresbeiträge zu leisten, durch den Beitrag an den Landesverband jetzt ihre Pflicht als abgegolten ansehen, so daß die Hilfe für unseren Etat geringer geworden ist, als sie vor dem Eingreifen des Landesverbandes gewesen ist. Auch die süddeutschen Verbände waren durch die Wirtschaftsnot gezwungen, ihre Beiträge herabzusetzen, aber hier haben die Verbände das Gemeinschaftsbewußtsein mächtig gefördert und die Leistungen der Verbände übertreffen auch in der Notzeit noch die früheren der Einzelgemeinden. Einen Lichtblick bedeutete in diesen letzten schweren Jahren das "hochherzige Vermächtnis der Frau Justizrat Margarete Hausmann. Freilich ist infolge der bekannten Wirtschaftsvorgänge der Wert der Erbschaft und ihr Ertrag bedeutend vermindert Die Mittel der Hausmann-Stiftung sind außerdem gebunden und kommen nicht der Hochschule als solcher zu gute. Immerhin darf ein beträchtlicher Teil von 2» 7