Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 49.1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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in der Nähe der Universität einen Bauplatz zu erstehen, eine weitere Sammlung, ein Anstaltsgebäudc auf ihm zu errichten, das vor gerade 25 Jahren, am 22. Oktober 1907, eingeweiht wurde. Damit war die Lehranstalt nach 35 bösen Wanderjahren endlich bodenständig geworden und in den Besitz eines ebenso schönen wie zweckentsprechenden Gebäudes gelangt, das für Unterricht und Bücherei ausgezeichnete Räume bietet Zu gleicher Zeit erhielt sie ihre erste Lehrstuldstiftung, der in wenigen Jahren vier andere folgten. Sie konnte jetzt ihre wissenschaftliche Arbeit fundieren, neue Dozenten anstellen und die Häufung von nicht zusammenhängenden Lehrfächern in einer Hand aufgeben. Blieb auch immer noch die von den Gründern in Aussicht genommene Doppelbesetzung der Lehrstühle ein fernes Ideal, so konnten doch, an Stelle des einen hauptamtlichen und der drei nebenamtlichen Dozenten bei der Gründtmg, 40 Jahre später vier hauptamtliche und zwei nebenamtliche Dozenten angestellt werden. Ks konnten 'Habilitationen für noch nicht ausgebaute Fächer und Gastvorlesungen berühmter auswärtiger Gelehrter eingeführt werden. Der geräumige, lichldurchflulete Lesesaal mit seiner reichen Handbibliothek konnte den Studierenden für ihre Arbeiten den ganzen Tag zur Verfügung gestellt und auch der sonstige Dienst der Bibliothek wesentlich erweitert werden. Gelegentlich der Eröffnung des eigenen Heims wurde die Veröffentlichung der „Schriften der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" eingeleitet Bis 1914 erschienen IS Hefte in 5 Bänden, denen 1920 ein bereits früher begonnenes Doppclheft folgte. Es schien eine stetige, günstige Entwicklung angebahnt —, als der Weltkrieg ausbrach und die wissenschaftliche Arbeit zurückdrängte. Kuratorium, Lehrerkollegium und Studierende wurden vor andere dringendere Aufgaben gestellt. Der unglückliche Ausgang des Krieges traf die Anstalt schwer erschüttert, die Arbeit mußte erst wieder neu aufgebaut werden. Eine starke Ermutigung bedeutete es, als die preußische Staatsregicrung 1920 die Genehmigung für die Wiederherstellung der alten Bezeichnung „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" erteilte. Damit war der alte Name wiedergewonnen, der die Höhenlage der hier betriebenen Studien, den Willen zur Führung der Anstalt auf akademischem Niveau zum Ausdruck brachte. Auch sachlich ging os seitdem aufwärts. Die Staatsbehörden habe« in einigen weniger bedeutenden Fragen ebenfalls dankenswertes Entgegenkommen bewiesen. Eine gewisse Anerkennung des hochschulmäßigen Charakters unserer Anstalt enthielt die „Ordnung der wissen- 2