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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1931-01-01 · 48.1931 · page 40

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
48.1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273641--2381-2276184
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klänge mit der jüdischen Lehre selbst zu sein, die den Frommen aller Völker den Anteil am ewigen Leben zuspricht und die Norm ilirer Frömmigkeit, in dem „Gesetz der Natur und der Religion der Patriarchen" erblickt. Beides ist für ihn, wie aus seinem Schreiben an Lavater hervorgeht, identisch. Die noachidischen Gebote fallen „ für ihn mit den Gesetzen des Naturrechts zusammen, und die Religion der Patriarchen heißt im nächsten Satze die „Religion der Natur und der Vernunft"27). Den historischen Sinn des Begriffs der noachidischen Gesetze hebt er ganz in den rationalen auf und findet so im Talmud seine Lehre von der universalen Vernunftreligion wieder. Es darf vielleicht als Abwehr einer Stelle im thcologisch- [>olitischen Traktat betrachtet werden, wenn Mendelssohn in diesem Zusammenhange die einschränkende Deutung, die Maimonides dem Begriffe der Frommen der anderen Völker gibt, zurückweist. „Majcmonides thut die Einschränkung hinzu, wenn sie diese [die Gesetze der Religion dor Natur und der Vernunft] nicht bloß als Gesetze der Natur, sondern als von Gott außerordentlich gcoffenbarlc Gesetze beobachten; allein dieser Zusatz hat keine Autorität in dem Talmud".28) Spinoza hatto aus dieser Stelle des Maimonides beweisen wollen, daß nach jüdischer Anschauung „wahre Meinungen und die wahre Lebensweise nichts zur Glückseligkeit nützen, solange die Menschen sie nur auf Grund des natürlichen Lichtes annehmen und nicht als Lehren, die dem Mose prophetisch offenbart sind"-J). Man versteht, welchen Wert Mendelssohn auf die Feststellung legen mußte, daß es sich hier nur um eine persönliche Meinungdes Maimonides, nicht um die Lehre des Talmuds handelte. Wie sehr es ihm am Herzen lag, den wahren Sinn der talmudischen Lehre gegenüber der einengenden Deutung des Maimonides zu sichern, zeigt seine ausführliche hebräische Anfrage an Jakob Emden. Er sagt dort mit Bezug auf die Ausführungen des Maimonides: „Mir sind diese Worte härter als Kieselsteine. Sollen denn alle Erdbewohner vom Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergange außer uns zum Verderben huiabfahren, wenn sie nicht an die Thora glauben, die nur der Gemeinde Jakobs als Erbe gegeben ist, insbesondere in einer Sache, die gar nicht ausdrücklich in der Thora steht, sondern nur in der Überlieferung des auserwählten Volkes vorkommt oder von seinen Weisen aus den Worten der Thora gedeutet wird? .... Was sollen denn die Völker tun, denen das Licht der Thora nicht erglänzt und zu denen keine Überlieferung gelangt ist außer von unzuverlässigen Vorfahren, auf die sie sich nicht stützen können? Verfährt denn 42

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