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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 53

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273639--2315-2276117
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links" von diesem abzuweichen, und insbesondere: 1. Gerechtigkeit zu üben. 2. den Nächsten zu lieben, 3. die Kinder zu beschneiden, 4. sich vor a) Unzucht und b) Unreinheit zu hüten (1—3), 5. Gott zu lieben und an allen seinen Geboten zu hangen, ihn zu verehren und anzubeten, 6. sich keine „Götter aus Gußvverk, noch Schnitzwerke" zu machen (7—9)233). Danach sind nur die Gebote 1 (3), 5 und 6 des Noah von Abraham wiederholt. Wenn aber Verfasser die ßeschneidung hier sämtlichen Nachkommen Abrahams zur Pflicht macht, so befindet er sich im Widerspruche mit sich selbst, indem er in 15, 28 f. ausdrücklich betont, daß die Beschneidung nur für die Kinder Israel als Bundeszeichen bestimmt ist, nicht aber für Ismael und Esau. Nur zum Vergleich seien hier die 7 noachidischen Gesetze angegeben: 1. Gerichte (einzusetzen), 2. das Verbot des Götzendienstes, 3. der Gotteslästerung, 4. der Unzucht, 5. des Blutvergießens (Mordes), 6. des Raubes, 7. des Genusses eines Gliedes, (das) vom lebenden Tiere (abgeschnitten wurde). R. Chananja fügt noch hinzu 8. das Verbot des Blutes eines noch lebenden Tieres. Nur für 1, 2, 3, 4, 5 und 8 sind in den aus unserem Buche angeführten Ermahnungen Entsprechungen zu finden. Charakteristisch ist endlich die Stellung, welche das Gebot der Nächstenliebe in unserem Buche wie in der verwandten Literatur einnimmt. In den Testamenten der zwölf Patriarchen wird immer wieder auf dieses Gebot hingewiesen231). Die „goldene Regel" Hillels, die für ihn den Inbegriff der Thora ausmachte235), wird auch in Tobit 4,15 eingeschärft und in Aristeasbrief 207 (negativ und positiv gefaßt!) als die Lehre der Weisheit (= Thora) ausgegeben236). Der mir zur Verfügung stehende Raum gestattete nur eine gedrängte Darstellung der Halacha im Jubiläenbuche. Aber auch diese kurze Darstellung macht es zur Gewißheit, daß die Halacha des Jubiläenbuches in keinem wesentlichen Punkte mit der pharisäischen Halacha übereinstimmt, dagegen viele Berührungspunkte mit der sektiererischen aufweist. Die immer wiederkehrende Behauptung, daß „in der Hauptsache der Standpunkt des Buches ohne Zweifel der pharisäische" sei231), erweist sich bei einer Prüfung des gesamten Materials als irrig. In der Hauptsache ist der 35

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