Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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nastik der Griechen'227). Auch im Talmud heißt es, daß derjenige, der nackt auf der Straße geht, am meisten Gott verhaßt ist228). Die Worte Labans (Gen. 29, 26): Es ist nicht Sitte in unserem Orte, die jüngere Tochter vor der älteren einem Manne zu geben, werden vom Verfasser bekräftigt: „Und es ist nicht recht, so zu tun; denn es steht so festgesetzt und geschrieben auf den himmlischen Tafeln, daß man nicht die jüngere Tochter vor der älteren [fort] geben soll . . . Und ein Mann, der [nicht] so handelt ... ist nicht gerecht ... Du aber gebiete den Kindern Israel, daß sie dies nicht tun sollen . . . denn es ist sehr böse (28, 6—7). Ein solches Verbot kennt die Halacha nicht. Für sie gilt die Regel: Man folgert nichts aus den Bräuchen, die vor der Offenbarung am Sinai üblich waren229). 35, 1 f. gebot Rebeka ihrem Sohne Jakob, seinen Vater und Bruder zu ehren, was auch Jakob versprach, da dies „Gerechtigkeit vor Gott" sei. Die Pflicht, den älteren Bruder zu ehren, wird in einer Baraita ebenfalls gelehrt430). Die Brüder zu ehren, wird von Joseph im Testament Joseph 11 empfohlen. Die sogenannten sieben noachidischen Gesetze231) können selbstverständlich für unseren Verfasser gar nicht in Frage komm en , da nach ihm die Gerechten noch vor der Offenbarung am Sinai die Vorschriften der Thora pflicht mäßig beobachteten, und unter ihnen waren auch Noah und seine Söhne, vgl. oben S. 4. Doch ist es von Interesse zu sehen, welche Gebote Noah und Abraham ihren Kindern besonders ans Herz legten. In Kap. 7 lehrt Noah seine Nachkommen zunächst allgemein, „die Ordnungen und die Gebote und alles Recht, das er kannte", und ermahnte sie: 1. Gerechtigkeit zu üben, 2. die Scham ihres Fleisches zu bedecken, 3. Gott zu segnen, 4. Vater und Mutter zu ehren, 5. den Nächsten zu lieben, 6. sich vor a) Unzucht, b) Unreinheit und c) aller Ungerechtigkeit zu hüten (20), 7. kein Blut zu vergießen233), 8. kein Blut zu essen, 9. das Blut beim Schlachten zu begraben (27—33), 10. die Früchte der Bäume in den ersten drei Jahren nicht zu genießen und 11. sie im vierten Jahre Gott zu weihen, 12. einen Erlaß (im siebenten Jahre) zu machen (36—37). Abraham wiederum gebot in seiner letzten Mahnrede (Kap. 20) an „Ismael und seine zwölf Kinder und Isaak und seine beiden Kinder und die sechs Kinder der Ketura und ihre Söhne" allgemein, „den Weg Gottes" innezuhalten, weder „nach rechts noch nach 3b