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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 50

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273639--2312-2276114
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daß der zweite Zehnt jedes Jahr entrichtet werden mußte. Nach der Halacha war aber in jedem dritten und sechsten Jahre der Jahrwoche statt des zweiten Zehnten ein Zehnt den Armen, gemäß der Vorschrift Deut. 14, 28, zu geben. Der zweite Zehnt mußte also nicht jedes Jahr abgesondert werden, sondern nur im 1., 2., 4. und 5. Jahr216). So verstand auch die Septuaginta Deut. 26, 12 die Vorschrift über den Armenzehnt, daß er jedes dritte Jahr mit dem zweiten Zehnt abwechselte. Ebenso ist der Text in Cod. Sinait. Tobit 1, 7—8 zu verstehen, wo gesagt Avird, daß Tobit den zweiten Zehnt in jedem dritten Jahre den Armen gab. Mit unserem Buche stimmt aber Josephus üb er ein und vielleicht auch Ps. Jonatan217), die für jedes dritte Jahr außer dem zweiten Zehnten noch einen dritten Armenzehnt annehmen. So ist wahrscheinlich auch der Vulgärtext Tobit 1, 8 zu fassen, der den Armenzehnt den dritten nennt218). Über die Frucht des vierten Jahres ermahnt Noah seine Kinder in Kap. 7: „35. Ihr werdet hingehen und euch Städte bauen und in ihnen alle Pflanzung, die auf Erden ist, und alle Bäume, die Frucht tragen, pflanzen. 36. Drei Jahre lang wird keine Frucht abgepflückt werden von allen eßbaren [Gewächsen]219); und im vierten Jahr wird seine Frucht abgepflückt werden und man wird die erste Frucht darbringen, daß sie angenommen werde vor Gott . . ., auf daß man mit dem Besten das Erste des Weines und Öls als Erstlingsfrucht auf Gottes Altare darbringe . . . und was übrig bleibt, sollen die Diener des Hauses Gottes vor dem Altare... essen"220). In Lev. 19, 23f. wird von den Früchten der vierjährigen Bäume gesagt, daß sie Gott heilig sind. Die Halacha versteht darunter, daß sie wie der zweite Zehnt von den Eigentümern in Jerusalem verzehrt werden müssen, ebenso Josephus221). Dagegen nehmen die Samaritaner, Karäer und auch Ps. Jonatan an, daß sie den Priestern gehören222). Philo223) sagt zwar, daß die Früchte im vierten Jahr nicht gegessen werden dürfen, im übrigen hält er sich aber an den Wortlaut der Thora, ohne anzugeben, was mit ihnen zu geschehen hat. Außer in unserem Buche ist nirgends die Ansicht anzutreffen, daß die Früchte224) auf dem Altare zu opfern sind und daß deren Rest von den Priestern im Tempel vor dem Altare verzehret werden muß. 32

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