Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2273546-2273639--2310-2276112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Über die Abgabepflicht an die Priester — unter Priestern sind ebenso wie in Judith 11, 13 und bei Philo auch Leviten zu verstehen203) — äußert sich Verfasser an einigen Stellen. In Kap. 13, 25—26 heißt es: Und Gott bestimmte ihn (den Zehnten) zu einer Satzung für ewig, daß sie ihn den Priestern, die vor ihm dienten, geben sollten . . . Und dieses Gesetz hat keine Beschränkung der Tage, sondern für ewige Geschlechter hat er es angeordnet, daß sie den Zehnten von allem Gott gäben, von der Saat und vom Wein und vom Öl und von den Rindern und von den Schafen. Ferner in 32, 15: Und alle Zehnten von Rindern und Schafen sollen Gott heilig sein und seinen Priestern gehören, die [sie] vor ihm Jahr für Jahr essen. .. Ähnlich schreibt Philo, daß der Zehnt von Getreide, Wein, Öi und Haustieren an die Priester abzugeben ist204). Die Angabe „Getreide, Wein und Öl" beruht auf Deut. 12, 17205) (14, 23), wo von mm vrvn jn IffJTQ die Rede ist. Ebenso auch Nehemia 13, 5, 12. In Judith 11, 13 werden nur die Zehnten an Wein und Öl erwähnt206). Nach der Ansicht einiger Dezisoren ist nach der Thora talsächlich nur Getreide, Wein und Öl zehntpflichtig207). Die Angabe aber hier wie bei Philo, daß der Viehzehnt den Priestern gehört, steht im Widerspruch mit der Halacha, die voraussetzt, daß der Viehzehnt von den Eigentümern als Opfer darzubringen ist, dessen Fleisch von ihnen in Jerusalem verzehrt wird208). Mit unserem Buche stimmt auch der Text in Cod. Sinaiticus Tobit 1, 6 überein, wonach Tobit den Viehzehnt den Priestern gegeben hat, und so lehren auch die Karäer und Samaritaner209). Daß die Priester den Viehzehnt im Tempel vor Gott essen müssen, ist sonst nicht erwähnt, dürfte aber die Ansicht des Karaers An an gewesen sein210). Die Bestimmungen über den zweiten Zehnt in unserem Buche sind vielfach mißverstanden worden. In Kap. 32 schreibt Verfasser: „9. Und Levi ward Priester in Bethel vor seinem Vater Jakob . . . und Jakob gab [ihm] sein Gelübde. So zehntete er wiederum Gotte den Zehnten, und er heiligte ihn, und er wurde ihm heilig. 10. Und deswegen ist auf den himmlischen Tafeln als ein Gesetz angeordnet, den zweiten Zehnten zu zehnten, ihn Jahr für Jahr vor Gott an dem Orte zu essen, der erwählt 30