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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 44

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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IRI
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diesen Grundsatz auch in anderem Zusammenhange und dehnt ihn noch weiter aus. Nach ihm hat Kain seinen Bruder Abel mit einem Stein getötet. Deshalb sei nun auch Kain durch Steine getötet worden. „Sein Haus fiel auf ihn, und er starb mitten in seinem Hause und ward durch dessen Steine getötet; denn mit einem Steine hatte er Abel getötet, und mit einem Steine wurde er getötet nach gerechtem Gerichte. Und deswegen ist angeordnet in den himmlischen Tafeln: Mit dem Geräte, mit dem ein Mann seinen Nächsten tötet, mit dem soll er getötet werden; wie er ihn verwundet hat, so soll man ihm tun" (4, 31—32). Letzteres ist nur eine Ausdeutung von Lev. 24, 19 f. Die Pharisäer dagegen' haben gerade aus dem Umstände, daß die Thora für den Mörder kein Sühngeld zuläßt — oder, um mit unserem Autor zu sprechen, kein Geschenk für Menschenblut nehmen läßt — gefolgert, daß für eine bloße Verletzung eine angemessene Entschädigung geleistet werden kann. So äußert sich auch Josephusm). Aber selbst für den Mörder kommt es nach der Halacha nicht darauf an, mit welchem Gegenstand er gemordet hat, sondern nach ihr wird ein Mörder immer durch Enthauptung mit dem Schwert umgebracht178). Die Anschauung in unserem Buche wird im Jeruschalmi hypothetisch angeführt und zurückgewiesen179). Wie beim Mord, so sind auch die meisten anderen im Jubiläenbuche vorgeschriebenen Arten der Todesstrafe für Unzucht und verbotene Ehen, und oft auch die Todesstrafe selbst180), mit der Halacha nicht zu vereinbaren. Nach Kap. 20, 4 gebot Abraham seinen Kindern, „ein Weib oder ein Mädchen", das mit einem Manne verbotenen Umgang hat, mit Verbrennen zu bestrafen181). Daß unser Verfasser nicht ein Ausnahmegesetz für das Patriarchenhaus schaffen und etwa im modernen Sinne einen Unterschied zwischen vormosaischem und nachmosaischem Gesetze machen wollte182), unterliegt keinem Zweifel. Denn der Hauptzweck seines Buches besteht ja in dem Nachweis, daß bereits die Patriarchen die mosaischen Gesetze beobachteten, daß also das Leben und die Sitten der Patriarchen mit den Vorschriften der Thora im Einklang standen. Er würde sein ganzes Gebäude selbst unterhöhlen, wenn er eine Kluft zwischen dem Gesetze; wie es im Patriarchenhause üblich war, und dem Gesetze der Thora schaffen wollte. Zum 26

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