Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
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über infolge seiner Anschauungvon der Schwere dieser Sünde an mehreren Stellen. Im Anschluß an das Blutverbot an Noah1*8) heißt es in Kap. 6: „10. Und Noah und seine Söhne schwuren, daß sie kein Blut essen wollten, das in irgendwelchem Fleische sei . . . 12. Und dies Zeugnis ist über euch geschrieben, . . . damit ihr nicht an irgendeinem Tage irgendwelches Blut esset von Tieren und Vögeln und Vieh . . . und ein Mensch, der das Blut eines Tieres und von Vieh und von Vögeln . . . ißt, soll weggetilgt werden". Ferner 7, 28—29: „Denn jeder, der Menschenblut vergießt, und jeder, der von irgendeinem Körper Blut ißt, sie alle werden von der Erde vertilgt. Und kein Mensch, der Blut ißt und Menschenblut auf Erden vergießt, wird übrig bleiben" . . . Und dann in Kap. 21: „6. Und esset gar kein Blut von Tieren und Vieh und allen Vögeln ... 18. Und iß also kein Blut, denn es ist die Seele; und iß gar kein Blut169). Der ganze Tenor dieser Darlegung scheint dafür zu sprechen, daß jedes Blut, auch das von Fischen, Heuschrecken usw. verboten ist, trotzdem an zwei Stellen als Beispiele nur „Tiere, Vögel und Vieh" hervorgehoben werden170). Dies ist auch die Ansicht der Karäer171), da die Thora in den meisten Stellen das Verbot vom Blut schlechthin, oder ausdrücklich von jedem Blute ausspricht. Die Damaskusschrift verbietet zwar Fischblut, nicht aber Heuschreckenblut172). Nach der Halacha ist dagegen Fisch- und Heuschreckenblut erlaubt173). Aus den angeführten Versen in c. 7 und aus anderen Stellen169) ist zu ersehen, daß für unseren Verfasser der Blutgenuß und das Vergießen von Menschenblut dieselbe Greueltat bedeutet171). In Kap. 21 wird dann auch nach der oben angeführten Warnung vor dem Blutgenuß fortgesetzt: „19. Und nimm kern Geschenk für Menschenblut, damit es nicht ungesühnt ohne Strafe vergossen werde; denn das Blut, das vergossen wird, macht die Erde sündigen, und die Erde kann nicht rein werden vom Menschenblut außer durch das Blut dessen, der es vergossen hat175). 20. Und nimm kein Geschenk und keine Gabe für Menschenblut: Blut für Blut ..." Obwohl diese Sätze nur eine Erweiterung von Num. 35, 31, 33 bilden, wollen sie doch mit dem Grundsatze „Blut für Blut" das Taliongesetz für jede zugefügte Wunde — Auge um Auge — aufrechterhalten. Dies soll auch die Ansicht der Sadduzäer gewesen sein, und ist die Auffassung mancher Karäer und Philos176). Unser Verfasser betont 25