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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 42

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273639--2304-2276106
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und Füße waschen sollen, ist biblisch (Ex. 30, 20). Nach der Mischna161) mußte auch jeder, der den Vorhof des Tempels zum Dienste betrat, ein Tauchbad nehmen. So ist auch die Vorschrift in Testament Levi 9. Von einem Waschen nach vollbrachtem Opfern ist weder in der Thora noch in der rabbinischen Literatur die Rede. Nach dem aramäischen Geniza-Fragment des Testament Levi sind Hände und Füße nach dem Blutsprengen zu waschen. Der Grund für die Ausdehnung der biblischen Forderung auf die Beendigung des Opferns ist in der besonderen Scheu vor dem Blut zu erblicken. Der Verfasser fährt auch fort: Und an euch zeige sich kein Blut, noch an euren Kleidern162). Hüte dich, mein Sohn, mit dem Blut hüte dich sehr, begrabe es in der Erde (17). Dasselbe findet sich auch schon in der Mahnrede Noahs (7, 30): Kein Blut werde an euch gesehen von irgend welchem Blute, das [da sein wird] in allen Tagen, da ihr irgend welches Vieh und Getier, und was [da] fliegt auf der Erde, schlachtet. Und übet Mitleid mit euch selbst, indem ihr begrabt, was auf der Oberfläche der Erde vergossen wird. Die Spuren der hier, wie in den anderen noch zu behandelnden Stellen zum Ausdruck kommenden Scheu vor dem Blute sind schon im Buche Henoch zu entdecken, wo der Blutgenuß als die größte Sünde gilt163). Ich glaube nicht fehlzugehen in der Annahme, daß nach unserem Buche nicht nur das Blut jedes Tieres, sondern auch das vergossene Menschenblut bedeckt werden muß, insbesondere, da vor- und nachher von Tier¬ und Menschenblut durcheinander gesprochen wird, vgl. weiter. Nach der Halacha ist gemäß dem Wortlaut Lev. 17, 13 nur das Blut von Wild und Geflügel nach dem Schlachten zu bedecken, nicht aber das von Vieh (nana 16i). Im Talmud wirft der „Minäer" Jakob die Frage auf, ob nicht die Thora unter Wild dTn) auch das Vieh verstanden wissen wollte. Unser Verfasser pflichtet offenbar dieser Annahme bei, und er scheint auch vergossenes Menschenblut aus Mitleid in die Bedeckungspflicht einzuschließen. Auch der Prophet Ezechiel (24, 7) gebraucht das Bild vom Menschenblute, das nicht mit Erde bedeckt wurde165). Die Karäer stimmen hier mit den Rabbinen überein166). Doch fordert Anan in Anlehnung an Deut. 23, 14, die Bedeckung des Blutes einer Menstruierenden, wenn es auf der Erde hegt167). Was nun den Blutgenuß anlangt, so spricht Verfasser dar- 24

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