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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 36

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
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die anderen haben sie dann vollständig entstellt. Soviel steht aber fest, daß unser Verfasser im Gegensatz zu den Samaritanern und den meisten Karäern119) die Vorschrift in Lev. nicht nach Nehemia 8, 14 f. auf den Hüttenbau bezog, sondern in ihr ein Gebot erblickte, einen Feststrauß zu nehmen. Dies war sicherlich die Praxis zu seiner Zeit, wie sie im zweiten Makkabäerbuch und später von Josephus für die Zeit des Alexander Jannai bezeugt wird120). Auch die Sitte, um den Altar herumzugehen, wird in der Mischna erwähnt121). Nach ihr wurde aber der Altar in den ersten sechs Tagen nur je einmal und am siebenten Tage siebenmal umkreist. Es soll noch bemerkt werden, daß unser Verfasser in Vers 21 betont, daß Abraham „Hütten für sich und für seine Knechte" baute. Nach der Halacha in der Mischna122) sind aber Knechte von dieser Pflicht, ebenso wie Frauen und Kinder befreit, wenn sie auch in der Sukka sitzen dürfen. Versöhnungstag. „Und deswegen ist angeordnet über die Kinder Israel, daß sie sich kasteien123) am 10. des 7. Monats, an dem Tage, da die [Nachricht], die [ihn] um Joseph weinen Heß, zu seinem Vater Jakob kam, damit sie sich an ihm durch einen jungen Ziegenbock sühnen, am 10. des 7. Monats, einmal des Jahres, wegen ihrer Sünde; denn sie haben die Liebe ihres Vaters um seinen Sohn Joseph betrübt gemacht. Und dieser Tag ist angeordnet, daß sie an ihm über ihre Sünde und über alle ihre Vergehen und über alle ihre Verirrungen betrübt seien, auf daß sie sich an diesem Tage reinigen, einmal des Jahres" (34, 18—19). Die Bezeichnung des Versöhnungstages als Tag, an dem man betrübt sein muß, und zwar zur Erinnerung an die Trauer Jakobs um Joseph, widerspricht der traditionellen Auffassung dieses Tages. Er wird vielmehr als fröhlicher Festtag von der Mischna und Philo charakterisiert. „Es hat in Israel keine fröhlicheren Feiertage gegeben als . . . den Versöhnungstag" berichtet die Mischna124). Ebenso meint Philo125), daß Moses „das ,Fasten' als Fest bezeichnete, ja als höchstes der Feste, indem er es . . . Sabbat der Sabbate (Lev. 16, 31) nannte". Die Falaschas feiern am 10. des 7. Monats „ein Fest der Erscheinung Gottes an Jakob"126) und führen vor Abend pomphafte Tänze auf127). An den Versöhnungstag denkt Verfasser, wenn er 5, 18 im Anschluß an Lev. 16, 34 sagt: „Es ist geschrieben und angeordnet: Er wird barmherzig sein gegen alle, die sich von aller ihrer Verschuldung einmal im Jahr bekehren." Dies be- 18

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