Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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beziehungsweise den 12.1U) des dritten Monats, keineswegs aber den 14. oder 15. (vgl. 44, I—4). Es ist wahrscheinlich, daß Verfasser beide sektiererische Ansichten miteinander vereinigte und die 50 Tage von dem Wochensabbat nach dem ganzen Peßachfeste zu zählen begann, so daß daß Wochenfest auch auf die Mitte (den 15. ) des dritten Monats fallen könnt e115). Dieses abgerundete Datum behielt er bei der Beschreibung der Feste der Patriarchen bei, um alle Wallfahrtsfeste auf den 15. (15. Nisan, Siwan, Tischri) verlegen zu können. Wie dem auch sei, soviel steht fest, daß unser Buch auch hierin von der Halacha abweicht. Das Laubhüttenfest. 16, 20—28 wird dargestellt, wie Abraham als erster das Hüttenfest feierte116). Dann wird fortgesetzt: „29. Und deswegen ist auf den himmlischen Tafeln über Israel angeordnet, daß sie im 7. Monate das Fest der Hütten sieben Tage in Freude feiern sollen, das vor Gott angenommen werde, ein Gesetz für ewig, nach ihren Geschlechtern, in jedem einzelnen Jahre. 30. Und dieses hat keine Beschränkung der Tage, sondern für ewig ist es über Israel angeordnet, daß sie es begehen und in Hütten wohnen, und daß sie Kränze auf ihr Haupt legen und Laubzweige und Weiden vom Bache nehmen. 31. Und Abraham nahm grüne Palmenzweige und schöne Baumfrüchte, und an jedem einzelnen Tage ging er mit Zweigen um den Altar herum siebenmal (des Tages und) am Morgen lobte er und dankte demütig seinem Gotte für alles in Freuden". Diese Stelle ist sicher verderbt. Nach Vers 30 wäre man zur Annahme berechtigt, daß Verfasser das biblische nnon nD2 Tin yv HS (Lev. 23, 40) als Kranz auffaßt, der, aus Palmenzweigen und schönen Früchten bestehend, aufs Haupt zu legen sei, während die Laubzweige und Bachweiden (= nny yv *py ■pru) in die Hand zu nehmen wären. Tatsächlich nehmen die Falaschas statt der vier Pflanzenarten nur Laubzweige und Bachweiden117). Nun sagt er aber gleich darauf, daß Abraham Palmenzweige und schöne Baumfrüchte nahm, weiß also nichts mehr von einem Kranze auf dem Haupte, und erwähnt hier auch nicht die Laubzweige und Bachweiden. Josephus118) spricht von dem Feststrauß in folgender Weise: Man trug in den Händen einen Kranz von Myrten, Weiden und Pahnenzweigen und dazu noch die Frucht der Persea. Schon der griechische Übersetzer hat unsere Stelle mißverstanden — bekanntlich nennt Plutarch das Hüttenf est ein Bacchus fest — und 17