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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 34

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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IRI
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Du nun gebiete den Kindern Israels, sie sollen dies Fest in allen ihren Geschlechtern als ein Gebot für sie beobachten, einen Tag des Jahres.. (20). Denn es ist das Fest der Wochen und es ist das Fest der Erstlingsfrucht, zwiefach und von zweierlei Art ist dies Fest . . . (21). Denn ich habe in dem Buche des ersten Gesetzes (= Thora) geschrieben, in dem, was ich dir aufgeschrieben habe, du sollest es je zu seiner Zeit einen Tag des Jahres begehen; und auch sein Opfer habe ich dir gesagt, damit die Kinder Israel eingedenk sind und es unter ihren Geschlechtern in diesem Monate begehen einen Tag in jedem Jahre (22)." Hier wird das Wochenfest schon als Bundes- und Gesetzgebungsfest ausgegeben, was auf das hohe Alter dieser jüdischen Tradition schließen läßt, zumal sie unserem Verfasser, der seine eigenen Wege ging und sowohl in der Zeitbestimmung des Festes als auch in der Zurückdatierung desselben auf Noah sich von den Rabbinen unterscheidet, schon bekannt war. Daß Philo und Josephus das Wochenfest nicht als Gesetzgebungsfest bezeichnen, beweist demnach nichts, da unser Buch sicher älter ^ist als diese beiden. Auch die Fär laschas feiern das Wochenfest als Fest der Gesetzgebung108). In der angeführten Stelle wird aber dieses Fest aiuf keinen bestimmten Monatstag festgesetzt. Dagegen weiß Verfasser ajiderwärts109) zu berichten, daß das Wochenfest (= Erntefest) von den Patriarchen „in der Mitte" des dritten Monats gefeiert wurde. Bekanntlich gafc es einen Streit zwischen den Pharisäern und Sadduzäern über die Bedeutung des Wortes „Sabbat" in Lev. 23, 11, 15. Die Sajdduzäer verstanden darunter den eigentlichen Sabbat und behaupteten, daß das Wochenfest am 50. Tage nach, demjenigen Sabbat, der in das siebentägige Peßachfest fällt, gefeiert werden muß. Nach ihnen müßte zwar dag Wochenfest immer auf einen Sonntag, aber auf keinen bestimmten Monatstag fallen. Dies ist suich die Ansicht der Samaritaner und Karäer110). Die Pharisäer dagegen bezogen den Ausdruck „Sabbat" auf den ersten Festtag des Peßach (15. Nisan), so daß das Wochenfest am 50. Tage nach dem ersten Feiertage des Peßachfestes zu feiern ist111)- Diese überlieferte Erklärung wird auch von der Septuaginta, Philo und Josephus112) vertreten. Der Ansatz in unserem Buche wird aber keiner dieser Ansichten gerecht. Auch wenn man annimmt, daß Verfasser unter „Sabbat" den letzten Festta,g des Peßach (21. Nisan) verstanden hat, wie es auch von den Falaschas berichtet wird, daß sie das Wochenfest den 57. Tag nach dem Passah (am 14. Nisan) begehen113), so erhält man für den 50. Tag des Wochenfests den 11., 16

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