Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 47.1930
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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Wie in dieser Grundanschauung treffen auch in anderen theologischen Ansichten und agadischen Deutungen die Jubiläen mit den Rabbinen27) zusammen. Ganz anders aber steht es mit den religionsgesetzlichen Bestimmungen in unserem Buche und ihrem Verhältnis zur rabbinisohen Halacha, wie im folgenden gezeigt werden soll. An erster Stelle verdienen der Sabbat und die Feiertage behandelt zu werden. Wie bei den Propheten28), im ersten Buch der Makkabäer29) und in Judith30) Neumond neben Sabbat und Festen genannt wird, so spricht auch unser Verfasser von Neumond, Sabbat und Festen31). Den Sabbat behandelt er zweimal, am Anfang und am Ende des Buches. Nachdem er in Kap. 2 wohl im Hinblick auf Ex. 31, 13, 17, daß der Sabbat ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und Israel bildet, Beziehungen zwisohen Sabbat und Israel aufzuweisen suchte (2, 19 bis 24)32) beschreibt er den Sabbat, wie er gefeiert werden muß, wie folgt: 25... Jeder, der an ihm irgendeine Arbeit verrichtet, soll sterben; wer ihn aber verunreinigt, soll des Todes sterben. 26. Und du gebiete den Kindern Israel, sie sollen diesen Tag beobachten, daß sie ihn heiligen, und daß sie an ihm keine Arbeit verrichten, und daß sie ihn nichtverun reinigen; denn er ist heiliger als alle [anderen ] Tage. ... 29. Tue kund und sage den Kindern Israel die Rechtsbestimmurig dieses Tages . . . daß er nicht [dazu] sei, an ihm Arbeit zu verrichten . . an ihm ihren [eigenen] Willen zu tun, und daß sie an ihm nicht irgend etwas zubereiten, was gegessen und getrunken wird, noch Wasser schöpfen, noch an ihm irgend etwas, was getragen wird, zu ihren Türen herein - oder hinaustragen, was sie sich nicht zubereitet haben in den sechs Tagen als Arbeit in ihren Wohnungen. 30. Und sie sollen an diesem Tage weder hereinnoch hinausbringen von Haus zu Haus; denn er ist heiliger und gesegneter als alle Jubeltage der Jubeljahre . . . Ähnlich auch in der Parallelstelle Kap. 50: „8... Und auch, wer an ihm Wasser schöpft, das er sich nicht vorbereitet hat am 6. Tage, und auch, wer allerlei aufhebt zu tragen, um es aus seinem Zelt oder aus seinem Hause zu bringen, soll sterben. 9. Und tut am Sabbattage keinerlei Arbeit, ohne daß ihr sie euch am 6. Tage vorbereitet habt, zu essen und zu trinken . . Was unter Verunreinigung des Sabbats zu verstehen sei, ist nicht ganz klar. In erster Reihe denkt man an den Zustand körperlicher Unreinheit, wie wir etwa II. Makk. 12, 38 lesen, daß die Krieger 7