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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1930-01-01 · 47.1930 · page 22

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
47.1930
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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IRI
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heit der Autoren, Übersetzer13) oder gar Bearbeiter, die oft Nicht jaden waren, zu setzen sein, zunial dort, wo es sich nicht um Fragen des täglichen Lebens handelt, sondern um schwierige Rechtsprobleme, die nicht jedem phantasiereichen Schriftsteller geläufig sein mußten2). Nach diesen hier nur kurz angedeuteten, allgemeinen Vorbehalten, mit denen wir das Ergebnis einer Untersuchung über das Verhältnis der Halacha zur altjüdischen außerrabbinischen Literatur aufnehmen müssen, wollen wir nun eine Einzelfrage aus diesem Fragenkomplex herausgreifen und zur Darstellung bringen, die Frage nämlich: w i e sich das Buch der Jubiläen zur Halacha verhält. Das Buch der Jubiläen3), das ursprünglich höchst wahrscheinlich hebräisch geschrieben war, ist uns vollständig nur in einer äthiopischen Übersetzung erhalten, die nach einer griechischen Vorlage hergestellt wurde. Das Buch gibt größere Partien des Pentateuchs von der Weltschöpfung bis zum Auszug aus Ägypten in agadischer Ausschmückung und vielfacher Erweiterung wieder. Der Verfasser umgibt aber sein Werk mit einem Heiligenschein, indem er es vom „Engel des Angesichts"4) Moses auf dem Berge Sinai offenbaren läßt (2, 1). Die Grundanschauung des Buches ist, daß die ganze Thora auf den „himmlischen Tafeln" vom Anfang der Welt aufgezeichnet war5), daß ihre Gesetze von den Patriarchen noch vor der Offenbarung am Sinai durch schriftliche und mündliche Überlieferungen von Henoch an seine Nachkommen6) gekannt und beobachtet wurden, daß diese Gesetze wie nach rückwärts so auch nach vorwärts von ewiger Dauer sind7). Aus dieser Grundanschauung heraus behandelt der Verfasser viele gesetzliche Bestimmungen der Thora im Anschluß an die Genesis, indem er diese Gesetze mit den Patriarchen in Verbindung bringt. So läßt er Noah und seine Kinder, ebenso Abraham, Isaak und Jakob und seine Kinder das Wochenfest8), Abraham das Laubhütten- und Peßachfest9), Jakob das Laubhütten- und Schlußfest10) feiern. Noah befiehlt hier seinen Kindern, Vater und Mutter zu ehren, den Nächsten zu lieben (7, 20), das Blut beim Schlachten mit Erde zu bedecken (7, 30 f) und die Früchte der Bäume in den ersten drei Jahren nicht zu genießen (7, 36)11). Ebenso gibt Abraham seinen Kindern verschiedene Weisungen, „den Weg Gottes einzuhalten" (20) und überliefert besonders seinem Sohne Isaak eine Reihe kultischer und anderer Vorschriften (21). Aus diesen kurzen Angaben ist schon zu ersehen, daß unser Verfasser oft die Gelegenheit ergreift, sich über die Gesetze der Thora auszulassen, und wir Avollen nun sehen, welche Formen diese bei ihm U

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