Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 46.1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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Art in einem Korbe. Sie wurden mit besonderer Sorgfalt angeordnet und verpackt, damit sie nicht untereinander kämen und nicht verdürben; den von Jerusalem weit entfernt Wohnenden wurde gestattet, Feigen und Datteln auch in getrocknetem Zustande zu bringen. Der Wert der Körbe wechselte je nach dem Vermögen der Besitzer, ärmere nahmen Bastgeflechte, reichere aber Silber¬ und Goldbehälter, um Gott nach ihrem Können zu ehren. In feierlichem Zuge begaben sich die Grundbesitzer aus dem Umkreis zusammen nach Jerusalem, die Erregung und Erhebung erfüllte den ganzen Bezirk, der die Festteilnehmer in Gedanken begleitete. Die Freude erreichte ihren Höhepunkt, wenn vor den Toren der Heiligen Stadt jeder Pilger seinen Korb auf die Schulter nahm — sogar der König Agrippa schloß sich, wie die Mischna ausdrücklich hervorhebt, von diesem allgemeinen Brauche nicht aus — und nun demütig vor den Priester hintrat und den Dank dafür abstattete, daß ihm die den Vätern verheißene Gnade zuteil geworden war, den Boden zu besitzen und auf ihm die Früchte zu ernten, von dem er nunnmehr einen kleinen Teil als Zeichen demütigen Dankes vor Gottes Altar ausbreitete und dem Priester als Diener Gottes übergab. Nicht, viele werden schon am Wochenfest mit ihren Erstlingen erschienen sein, aber das Fest war zur Zeit Jesu sicher auch schon als Fest der Offenbarung bekannt, und die Ausschüttung des Heiligen Geistes in der erwähnten Stelle der Apostelgeschichte ist nur die Erneuerung der alten Offenbarung in der durch den Glauben an den Christus Jesus bedingten neuen Form3S). Freudentage schlechthin waren die Tage des Sukkotfestes, wenn die Ernte eingebracht, der Ertrag von Feld, Garten und Weinberg geborgen, wenn des Landmanns Jahr abgeschlossen war, wenn er aus tiefei Seele vor Gott seinen Dank niederlegte und in inniger Sehnsucht um Segen für die neue Arbeit, vor allem um das fruchtspendende Element des Regens betete. Ganze Orte waren von ihren Bewohnern verlassen, wie Josephus von Lydda berichtet39), das freilich zum nahen Umkreis von Jerusalem zählte. Die Hauptstadt und ihre Umgebung waren voll von Hütten, in denen Tische mit Früchten standen, auch die Straßen waren mit Früchten geschmückt, die in ihren frischen Farben dem frohen Hin und Her der zahllosen Menschen einen bunten Rahmen liehen40). Das Hüttenfest war das Fest des Jubels, reich ausgestattet mit Symbolen und Bildern. Acht Tage lang wurden die Hallelpsalmen41) gesungen, und dabei wurden 3* 35