Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 46.1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Dienst der Notgemeinschaft. Ein Verzeichnis der Spenden folgt in Anlage C. In Würdigung der schwierigen Lage der theologischen ßildungsanstalten und der Unmöglichkeit, sie dem Verfall zu überlassen, haben die süddeutschen Landesverbände jüngst die dankenswerte Anregung gegeben, deren Etats vollständig auf die bestehende Reichsarbeitsgemeinschaft der Landesverbände zu übernehmen. Wenn auch grundsätzlich dieser Regelung nicht widersprochen wurde, so steht doch die Zustimmung einiger der größten Landesverbände zur Tragung der finanziellen Folgen dieses Grundsatzes noch aus und ist für die nächste Zeit nicht zu erwarten; vorerst sind wir noch immer auf den dornenvollen Weg der Selbsthilfe und der freiwilligen Beiträge angewiesen. Auch die Jahresbeiträge sind um eine Kleinigkeit gestiegen und die Zinsen fangen an zu wachsen; aber dies alles darf uns nicht über die sehr bedrohliche Lage hinwegtäuschen, die durch das ständige Anwachsen des Fehlbetrages entsteht. Für die Dauer ist es unmöglich, die Verwaltung einer Anstalt auf Kredit aufzubauen, dessen Höchstgrenze überdies sehr rasch erreicht wäre. Wir müssen daher an die Freunde der wissenschaftlichen Erforschung des Judentums und der Heranbildung von akademischen Rabbinern und Religionslehrern sowie an die jüdischen Gemeinden und Landesverbände die dringende Mahnung richten, unsere Hochschule nicht im Stich zu lassen und ihr die fernere Existenz zu ermöglichen. Es war und ist der Ruhm Deutschlands, daß es gerade in den Zeiten des Drucks und der politischen Not vorbildliche wissenschaftliche Institute geschaffen und der Forschung die stärksten Antriebe gegeben hat. Wir sind überzeugt, daß das deutsche Judentum nicht zurückstehen und seine wissenschaftlichen Schöpfungen nicht dem Verfall wird preisgeben wollen. Aus dem Ausland haben wir nicht viel zu erwarten, es verläßt sich darauf, daß wir uns selbst helfen. Stiftungen Ein gewisser Lichtblick in der Not ist es, daß auch im vergangenen Jahre der Hochschule wieder einige Stiftungsbeträge zugeflossen sind, die, wenn sie auch nicht hoch sind, doch feste Einnahmen für die Zukunft versprechen. So haben die Erben des Herrn Salomon Seligsohn 1200 RM zur Erhöhung der Salomon Seligsohn-Stiftung überwiesen, so daß dieselbe jetzt 2000 RM besitzt. Das Mitglied des Kuratoriums, Herr Generaldirektor Stahl, hat zur 12