Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 45.1928
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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semitisch hilallan, griechisch in zalilrcichcn Füllen pluralisch die vielen ringsumliegenden Punkte bezeichnen; an vielen anderen Objekten, der Straße, der Tafel, dem Menschenkörper, war das Kingsuni aber nur ein Beiderseits und so erhielt die Lautform ^ji^tö,amZ>o,semitiscli(akkadisch) hilallan, (hebr.) kil'aiin D'lfo, (arab.) Jciläni die Bedeutung „beiderseits"; die Hunde, Häuser usw. beiderseits ward dann als der Dual beide Hände usw. verstanden. Das semitische schinnän, liebr. schinnaim „spitz" ward zur „Bezeichnung" der spitzen Zähne und ist so trotz der Dualform ein Plural usw. usw. Der menschliche Körper ist aber nur eines, wennschon das nächstliegende jener Objekte, woran der Plural entstehen mußte. Unter den Gegenständen, die den Menschen umgaben und die er auf •dieselbe Weise zunächst durch den Ortshinweis, später nach und nach auch durch abgeleitete Beziehungen als da, dort, oben, unten, vorn, hinten, außen, innen, hell, dunkel, gut, schlecht bezeichnete, waren zahlreiche nur in der Mehrheit auftretende Dinge: Man sagte oben oder hell, es waren aber viele Sterne, die man oben sah, hinten, auch angesichts eines zahlreichen Gefolges, grün, vor vielen Gräsern; man s-igte Groß, Älter und meinte die Eltern, man sagte hoch und wies auf die Hügel, d i e Berge, man sagte spitz, hart und verstand: die Steine usw. Die Sterne am Himmel, die Gräser und Bäume auf Erden, die Tiere in ihren natürlichen Massenherden, besonders die Insekten, Heuschrecken, Bienen, Ameisen in ihren Schwärmen, Fische in ihrem Gewimmel und die Worte dafür waren von vornherein Plural e, weil sie pluralisch auftretende Gegenstände sind oder bezeichnen. Manche Beziehungen waren auch logisch von selbst schon piuralischc Begriffe: Beisammen, nahe, gleich und andererseits auseinander, entfernt, zerstreut, verschieden konnten nur mehrere Subjekto sein. Endlich aber waren von vornherein Plurale alle Wörter, die durch ihre Eigenbedeutung eine Mehrheit bedeuteten wie: viel, reichlich, all, einige, mehrere. So mußte der Schein entstehen, als ob die jeweilige Form dieser Wörter eine Mehrheitsform sei und die Mehrzahl bedinge. Von den Namen der zweifach auftretenden Körperteile und zweiteiliger Geräte ging eine Analogie der D u a 1 bedeutung aus, von denen dreiteiliger Dinge eine Analogie, die in manchen Sprachen ■einen Trial schuf, im großen und ganzen aber entstanden so Analogiesysteme, die die alte Form festlegten auf die Bedeutung der .70