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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1928-01-01 · 45.1928 · page 36

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
45.1928
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273635--2205-2276005
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von der deutenden Gesle begleitete Laulzeichen für Ortsbezichungen gewesen, für: da, dort, oben, unten, neben, innen, außen, vorn, hinten. Im Gebrauch legten sich diese Wörter nach und nach auf ein b o s t i m m l e s Da oder Dort, Oben oder Unten usw. fest. So ward semitisch schamam oben, wie unser da droben mehr und. mehr für den Himmel, ischdän unten für das Fundament des Hauses (hebr. TJO') oder das I nten des Leibes (akkadisch „Beine"), r.zw* unten für den Roden, dessen andere Lautentwicklung zooi für das Unten des Menschen, die Füße, idän „neben" für das Neben des menschlichen Körpers verwendet usw. Nun ist aber das nächstliegende Objekt unseres Denkens, eben unser Körper, symmetrisch gebaut, was man ischdän oder „ragiän" oder „unten" nannte, waren zwci~Beiiu», das idän „Neben, Händen" des Körpers waren seine zwei Seilen, Arme, Hände (akkadisch idän, hebr. OH"») usw., und so waren diese Wörter Gegenstandsnamen und Duale geworden, weil es dualischc Gegenstände waren, auf die sie angewendet wurden. Von diesen und anderen Beispielen aus mußte der Schein entstehen, als ob die lautliche Form dieser Wörter überall auf eine Zweizahl hinwiese. Die Dualform war damit entstanden, und denselben AN eg hat die Kniwicklung nachweislich auch in allen anderen Sprachen genommen. Und damit ist zugleich auch die Entstehung aller Pluralbedeulung gegeben. Im Semitischen ist die Dualendung in mehreren Sprachen auch die Pluralcndung schlechthin. Aber auch alle anderen semitischen Pluralendungen sind Ablautformen derselben Endung, die zum Dualzeichen ward. Die semitischen Plural formen jeder Art waren ursprünglich nachweisbar Advcrbia und sind als solche überall im Gebrauch. Und gerade die ältesten gemeinsemilischen Partikeln für die einfachsten Ortsbeziehungen auf, unter, vor, nach, zu (?.. B. hebr. T»ty .VI\nn ,THnK ,Y^>K usw.), zeigen die — nicht pluralisch deutbare — „Piuralform". Eine Fülle solcher pluralischer Adverbia führt auch für das Indogermanische Brugmann in seinem Grundriß der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen an. Alle Plural formen haben dieselbe Entwicklung durchgemacht wie die Dualcndungen. Nicht nur ist die Zweizahl nur ein Spezialfall der Mehrheit überhaupt Dasselbe semitische ischdän, ragiän „unten' bezeichnete und bezeichnet ja nicht nur die zwei Beine des Menschen, sondern auch die vier des Tieres, die zahlreichen Füße vieler Tiere, und Menschen. Umgekehrt konnte ein Wort für „ringsum" 38

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