Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1928-01-01 · 45.1928 · page 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
45.1928
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2273546-2273635--2204-2276004
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

werden kann im Wesentlichen bei Stoff Jiniuen und .V l> s tr a k t on , d. h. zusammenfassend bei solchen llegriffen, bei denen man eigentlich weder von Hin zahl, noch von Mehrzahl sprechen kann. Man spricht, in eigentlichem Sinne, nicht von ein oder mein* Wassern. Feuern, Tiefen, Ergötzen, Zornen, Furchten usw. Hier ist weder der Singular ein Singular, noch der Plural ein Plural, sondern die sogenannte Einzahl die häufigere, die sogenannte Mehrzahl die weniger häufige, f ii r d e n N u in e r u s b e 1 a n g 1 o s e E n d u n g. Das Hervortreten der P l u r a l i'b r in en in der archaisierenden Poesie lehrt aber, daß diese offenbar die älteren sind. Nur bei den Namen einfacher konkreter Gegenstände, bei denen man zu zählen pflegt, ist der Plural wirklich und regelmäßig Plural, der Singular ebenso Singular; Der Tisch, die Tische. Der poetische Gebrauch der Dichter und die Eigennamen, die einem einzigen Subjekt eigen sind und nicht gezählt zu werden pflegen, zeigen uns aber in beiden Sprachgruppen ein älteros Sprachstadium, worin auch für Konkreta der Plural im Sinne des Singulars steht: 'AJJtJvcc!, Hijjäa!, \\r,'o;~vrci;AO' (Ziegenfhiß), fvyracusao, hebr. JTmp Stadl, D^a Haufen, poet. _.mann ,Q,BW» für „Mecv, Fluß", bis zu Bvn.re.lles. deutsch Huden für Bad. Aachen neben Ache,' Maut hau am für Maulhans und \ieles, >ieles andere. Daraus folgt, d a ß auch bei den Konkret e n P1 u ra 1 u nd Singular ursprünglich keine :N u in e r u s b e d e u - tung hatten, daß aber von Wortbildungen aus, die keinen Numerus unterschieden, jeder Numerusausdruck erst dazu geworden ist, und zwar im Wesentlichen so, daß die ältere, archaistische Form Mehrheils-, die jüngere Eiuzahlbedcutung erhielt. Daß dem in der Tat so ist, und wie auf diesem Wege der grammatische Ausdruck der Zahl sich notwendig entwickeln mußte, w ill ich hier zunächst an dem Heispiel der gewöhnlichsten semitischen Pluralcndung zeigen. Die semitische Pluralendung schlechthin tritt in den Formen äm, an, cm, en, ahn, ain, in, im, ün, kurz in den verschiedensten Vokalabslufungen des nasalierten Auslauts auf; der Nasallaut kann indessen auch wegfallen, so daß dieselben nasallosen Endungsslufen entstehen. Ein Teil dieser Endungsslufen bezeichnet aber besonders einen Spezialfall der Mehrheit, nämlich die Zw ei zahl, und die Entstehung der Dualbedeutung liegt, wie ich in meinem Buche bereits ausführlich gezeigt habe, klar zutage. Die älteste Gruppe dieser späteren Duale sind grammatisch unbestimmte, ursprünglich noch 37

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.