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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1928-01-01 · 45.1928 · page 32

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
45.1928
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273635--2201-2276001
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gen, Abend (semitisch schäret i, liläti, indogermanisch. 0U6;tai bis zu spanisch buenas tardes, bucnns noches), Mitternacht, Mittag (hebr. D^inx), Namen einzelner Tage wie calcndae, nonae, irtus, mmdinae (Wochenmarkl), die Festzeiten feralia, matronalia, Olympiaca bis hinunter zu Ostern, Pfinysten, französisch \es päques usw., endlich jede Art von Abstrakten-wie im Indogermanischen Hochzeit, Leichenzug (crsiupiiae), Reichtum (divitiac, o/h's), Dank (yrates), Bitte (preces), Witz (sales, faectiae), Entzücken (delicUte), Waffenstillstand (induliae) und viele andere, im Semitische n ebenso Leben, Aller, Jugend, Ewigkeit, Brautstand, Scheidung, Pflege, Blindheit, Weisheit, Verkehrtheit, Redlichkeit, Wahrheit, Zorn, Furcht, Ergötzen, Zauberei, Niederlage. Schafschur und zahllose andere Abstrakte und Infinitive. In diesen und vielen anderen sogenaimtcn Pluralia tan tum bezeichnet der Plural eine Einzahl. Wie erklärt man dies bisher? Einerseits deutet man auch diese Singulare als eigentliche Plurale und deckt den inneren Widerspruch durch einen Namen zu: man spricht von „diskreten" Pluralen: so soll bei den Raumpluralen „die Idee eines aus unzähligen Teilen oder Punkten zusammengesetzten Ganzen zutage" treten*), in den E ige n sc h a f ts- und Ta t b e z o ich n un g en soll „eine Zusammenfassung der am Slammbegriff haftenden Zustände oder Eigenschaften" enthalten sein, ein Wort etwa wie v;Xiot „Sonnenhitze" wird daraus erklärt, „weil die Sonne einmal ums andere brennt"**) u. dgl. mehr. Es erübrigt sich, an diesen diskreten Pluralen eine Indiskretion zu begehen und die Ungereimtheit solcher aus der Luft gegriffenen Erklärungen im einzelnen zu erweisen; es genüge vorläufig zu zeigen, daß von vornherein jede Berechtigung zu solchen Umdeutungen fehlt: Wir nennen gewisse Formen, weil sie in vielen Fällen eine Mehrzahl bezeichnen, a potiori Pluralformcn. Was aber berechtigt uns 2U der Annahme, daß dies stets die Bedeutung dieser Formen ist, die wir auch dort zu suchen haben, wo in Wirklichkeil singularischc Bedeutung vorliegt? Andererseits sucht man der Fülle der verschiedenartigen Bedeutungen, die die Piuralformen umspannen, dadurch gerecht zu werden, daß man etwa sagt: Die Sprache bezeichnet von vornherein nicht den Plural als etwas Zählbares, sondern bringt — in einer eigenen Wortklasse — nur den Affektionswert zum Ausdruck, den sie dem •) Gcsenius-KauUsch, Hebr. Gramm. $ ia/ta. ••) R. Wagnor, Grundzüge der gricch. Grammatik, S. in. 34

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