Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 45.1928
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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nius. Daneben sieben aber auch noch Wörter wie llcntjsl und Ilerbsl, die lehren, daß st nicht nur und nicht ursprünglich Superlativzeichen gewesen sind. Was soll man nun dazu sagen, wenn ein so bedeutender Indogermanist wie Hirt einen eigenen Aufsatz darüber geschrieben hat, wie man selbst Wörter wie llcnyxl und Herhsl als Superlative deuten, d. h. umdeuten kann? Das Problem der Entstehung der Sprache ist nicht unlösbar, nur dem falsch gerichteten Blick der Sprach forscher mußte es so erscheinen. Im Gegenteil muß der Weg, auf dem eine Sprache sich entwickelte, ein Weg, den alle Menschen, niedrige wie hohe Völker. Kinder und Erwachsene, als selbstverständlich mitgingen, einfach und notwendig sein. Und wenn es mir, wie ich mit Sicherheit zu behaupten wage, gelungen ist, das uralte Problem der Entstehung der Sprache wirklich zu lösen, so gehörte dazu eigentlich nicht mehr als die konsequente unerbittliche Kritik jener Vorurteile, mit. denen auch ich wie alle Sprachwissenschaftler das Objekt unserer Forschung zu betrachten gewohnt war. Tch habe meine Anschauungen über die Entstehung der Sprache, wie ich sie in meinem io,i(> erschienenen Buche*) ausgeführt habe, auf induktivem Wege aus dem in allen llauplzweigen sorgfaltigdurchforschten Material der semitischen Sprachgruppe Schritt für Schrill erschlossen. In einigen wichtigsten Punkten habe ich auch das Indogermanische daraufhin untersucht und sie bestätigt gefunden. Sachliche Einwandt» von Belang sind nirgends gegen meine Thesen vorgebracht worden; was da und dort gegen sie angeführt worden ist, verdient schon darum keine Widerlegung, weil es eben auf den Vorurteilen fußt, deren Grundlosigkeit bei einiger Überlegung selbstverständlich sein muß. Wohl aber haben Semitisten wie Indogermanisten in Rezensionen und Briefen anerkannt, daß dieser Weg zum Ziele führt. Andere namhafte Forscher haben mir mitgeteilt, daß die aus dem Semitischen und Indogermanischen erschlossenen (k'setze Tier Sprachentwicklung ganz ebenso für das finnischugrisch** sowie für das afrikanische Sprachgebiet zutreffen. Der Eindruck des Laien wird stets der sein, daß der -Mensch zuerst die konkreten Gegenstände seiner Umgebung benannt habe. *) Die Entstehung des semitischen Sprachtypus, ein Beitrag zum Probien» «ler Entstehung der Epoche, l, Wien 191G. — Vgl. jetzt auch meinen Aufsatz „Logisch-scholastischo oder historisch-psychologische Sprachbctrarhlung" in der Festschrift für Bruno Meißner, Berlin 1928, Bd. II.