Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 45.1928
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Da das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau sich in gleicher Notlage befindet, schlössen wir uns mit ihm zu einer finanziellen Xolgemcinschaft zusammen, die an die aus den beiden Anstalten hervorgegangenen Rabbiner den Appell richtete, für die Aufrcchterhallung dieser Stätten der Lehre und Forschung einzutreten. Als Delegierter der Xotgcmcinschaft besuchte Herr Oberkanlor Davidsohn von hier im Frühjahr 19:17 einige Gemeinden in Sachsen und am Rhein und erzielte günstige Erfolge. Für seine edlen, selbstlosen Remühungen um die Sache der Nötgemeinschaft sagen wir ihm besten Dank. Da Herr Davidsohn durch sein Amt an Berlin gefesselt ist, übernahm im Spätherbst Herr Syndikus Dr. Max Wittenberg die gleiche Aufgabe: er ist dauernd bemüht, tatkräftiges Interesse für die ISolgcmeinsehafl zu wecken. Als Erlrag der \\erl>etiitigkeit erhielt jede der beiden Anstalten 19:47 nach Abzug der - Unkosten ö 372,5o M. Den Herren Rabbinern, die den Delegierten der Notgemeinschaft ihre Unterstützung gewährt habwi, sei auch an dieser Stelle unser wärmster Dank ausgesprochen. Allein auch damit wäre unser Bedarf noch nicht gedeckt gewesen, wenn uns nicht erneut Unterstützungen aus den Vereinigten Staaten zugeflossen wären. Das Jewish Institute of Religion liel* uns durch seinen um die Erhaltung der theologischen Bildungsstätten in Europa eifrig bemühten Direktor, Dr. Stephen S. Wise, den gewohnten Beitrag zugehen. Vor allem aber erhielten wir durch eine Überweisung der Kulturkommission des American Joint Distribution Commitcc als unwiderruflich letzte Spende den ansehnlichen Betrag von § 335o, der uns dazu verhalf, den aus dem Vorjahre übernommenen Fehlbetrag herabzumindern und 1000 M. dem eisernen Fonds zu überweisen. Aus allen diesen Mitteilungen ergibt sich eine überaus ernste Lage. Während die Ausgaben durch die vom Reich und den Üindern vcranlaßtc Erhöhung der Gehälter zwangsläufig erheblich wachsen, müssen wir mit dem Wegfall beträchtlicher Einnahmen rechnen. Unsere Glaubensgenossen in Amerika hegen die Überzeugung, daß die Juden in Deutschland sich wieder selbst helfen können und nicht mehr auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Wir haben allerdings jetzt wieder etwas höhere Eingänge aus Zinsen und hoffen, daß diese auch weiterhin steigen, aber es gehört eine bedeutende Erhöhung des Kapitals dazu, damit die Zunahme an Zinsen den erwähnten Ausfall an Auslandsbeiträgcn decke. 12