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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1927-01-01 · 1927 · page 56

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1927
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273633--2152-2275951
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Feste übrig ließ. Sie hat sich immer neu vollzogen. Zunächst geschah es, als die aus dem Exil Heimkehrenden ihre Wohnsitze, die sie sich bereiteten, von den „Völkern der Länder" umfaßt und sich in die Verbindung mit diesen hineingestellt sahen. Da jeder Weg mit ihnen zu einem Aufgehen unter ihnen werden mußte, galt es, um der Besonderheit willen gegen sie zu sein, jedes Bündnis, welcher Art immer, abzuweisen und, wo es erfolgt war, zu lösen. Diese erste Auslese im neuen Palästina war das Werk zweier starker Persönlichkeiten, des Esra und des Nehemia, die es als ihre Aufgabe erkannt hatten, den Geist des Exils nach Palästina zu führen und ihn dort durchzusetzen. Damals sind die Juden des Landes zu „Nibdalim", zu Abgesonderten gemacht worden. Die andere Auslese vollzog sich in der neuen Epoche, als durch den Siegeszug Alexanders Vorderasien und Ägypten, in deren Mittelpunkt Palästina lag, zu einer hellenistischen Welt geworden waren. Bisher war das Antlitz Palästinas nach Osten gekehrt; es wurde jetzt nach dem Mittelmeere hin gewendet. Der Hellenismus lenkte die Blicke, die Gedanken und schließlich die Menschen zu sich hin. Im Makkabäerkrieg, in seinem geistigen, seelischen Ringen vor allem, ist der große Entscheidungskampf um das Eigene mit dieser neuen Welt geführt worden. Er hat die weitere Auslese bewirkt. Auch er hat wieder Menschen der Absonderung geschaffen, die entschlossen und fähig waren, ihre eigene Welt festzuhalten und auszubauen. Diese makkabäische Zeit hat äußerlich wie innerlich am stärksten gewirkt, in ihr ist das eigentliche Pharisäertum zuerst historisch in die Erscheinung getreten. Aber andauernder noch hat die Auslese sich fortgesetzt, als die entarteten Enkel der Hasmonäer den inneren Streit in das Land brachten, und als danach Rom in die Geschichte Judäas eindrang, und dessen Geschöpfe und dann dessen Beamte die Herrscher im Lande wurden. Der Kampf um das Eigene des Daseins ist damals zu einem stetigen geworden; die Beständigkeit der Energie war verlangt. Sie hat der Richtung des Pharisäertums auch eine zwiefache Seitenrichtung gegeben. Die einen, die Zeloten, wollten den Kampf mit dem Schwerte führen, wie die Makkabäer einst; sie waren im Motiv, wenn auch nicht im Erfolg, deren Nachfolger. Die anderen, die Essener, wollten ihn bestehen, indem sie jedem Gewaltherrscher seine Stätte überließen und fernab in den Steppen am Rande des Landes90) wohnten; Stimmungen, die von der Gestalt des Elia ausgingen, alte rechabitische Gedanken, die im Volke wohl nie ganz geschwunden sind, 56

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