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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1927-01-01 · 1927 · page 48

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1927
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273633--2144-2275943
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erläutern will: „Drei Kronen sind: die Krone der Thora, die Krone des Priestertums, die Krone des Königtums . . . Die Krone der Thora ist vor jedermann hingelegt, und wer sie erwirbt, der steht vor Gott da, als hätten die drei vor ihm gelegen, und er hätte sie alle erworben"03). So ist der Zugang zur Verwaltung des Rechts, der zuerst nur dem Priester geöffnet war, allen im Volke auf getan. Nicht weil er Priester, sondern nur wenn er Schriftgelehrter ist, hat der Priester die richterliche Anerkennung, der Schriftgelehrte ersetzt den Priester und verdrängt ihn84), so daß schließlich die tannaitische Bestimmung, indem sie durch Erläuterung das alte biblische Richteramt des Priesters fast aufhebt, erklären kann, daß ein Gerichtshof auch ohne Priester und Leviten ordnungsmäßig besetzt ist85). Es ist, wenn auch nicht historisch, so doch inhaltlich durchaus richtig, wenn der einleitende Satz der Sprüche der Väter die Reihe der Schriftgelehrten zu Nachfolgern und Erben des Hohenpriesters Simon, des Gerechten, in der Tradition der Thora werden läßt. Und es ist Avie die Vollendung dieses Weges, wenn dann später der Satz des Deuteronomiums, der von dem Gehorsam gegen die richtenden Priester vor allem spricht: „du sollst von dem Worte, das sie dir verkünden, weder rechts noch links abweichen", zur Forderung geworden ist, alles von den Schriftgelehrten Vorgeschriebene anzuerkennen86). So ergibt sich als Letztes und Abschließendes, was die Literatur jener Zeit uns erkennen läßt, daß die pharisäische Richtung in Schriftgelehrten ihre Führer und die Männer ihrer Entwickelung hatte. Damit ist nicht gesagt, daß nur sie Schriftgelehrte hatte, daß also alle Schriftgelehrten Pharisäer waren. Es ist kein Zweifel, daß Zeiten des Kampfes zwischen Pharisäern und Sadducäern zugleich Zeiten geistiger Auseinandersetzung waren, und daß dann zum mindestens auch bei den Sadducäern ihre Schriftgelehrten standen87). Ebenso forderte schon die richterliche Tätigkeit von ihnen auch Kenntnis des biblischen Rechts und die Fähigkeit, es auszulegen. Jedoch wichtiger und charakteristischer mußte die Schriftgelehrsamkeit für die Pharisäer sein. Ihnen konnte die Autorität, konnte die Stellung und Bedeutung, die dem Priester schon durch seine Herkunft mid sein Amt verliehen war, nur durch ihr Wissen und Lehren gewährt sein. Ihnen gilt das, was Josephus im Schlußwort seiner „Jüdischen Altertümer", in dem er zugleich eine Definition des Schriftgelehrten gibt, von seinem Volke rühmt: „Nur denen erkennen sie Weisheit zu. welche ein klares Wissen von den 48

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