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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1927-01-01 · 1927 · page 45

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1927
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273633--2141-2275940
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sollen für allen Dienst im Stiftszelt/' wird hier gesagt: „Die Obhut über das Stiftszelt, das meint die Lehrsätze, und aller Dienst, alle rniay im Stiftszelte, das meint die Beschäftigung mit der Lehre"06). Der Widerspruch gegen den Opferdienst ist nicht zu verkennen. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhange ein Satz, der freilich wohl erst aus der Zeit nach der Zerstörung des Tempels stammt, und der in beiden Mechiltas erhalten ist. Es ist dort alles das aufgezählt, wofür Israel zum Märtyrer geworden ist und was darum bei ihm dauernden Bestand hat, und danach das, wofür Israel nicht zum Märtyrer geworden ist und was darum bei ihm keinen dauernden Bestand hat. Und unter dem ersteren wird die Beschäftigung mit der Lehre genannt, dagegen unter dem letzteren der Tempel67). Auch hier ist nicht zu übersehen, wie er als Stätte des Gottesdienstes zum mindesten in den Hintergrund tritt. In ähnlicher Art wird dem Opferdienst das Gebet, das andere also, was den Gottesdienst der Synagoge ausmacht, entgegengestellt. Zu jenen bereits erwähnten Worten des Deuteronomium „zu lieben den Ewigen, euren Gott, und ihm zu dienen mit ganzem Herzen und ganzer Seele" wird auch dieses andere überliefert: „ihm zu dienen, das meint das Gebet; denn wenn es hier gesagt ist: „zu dienen mit ganzem Herzen," was anderes kann dieser Dienst mit dem Herzen sein, als das Gebet! Wie der Dienst des Altars Dienst Gottes, flTO? genannt wird, so wird das Gebet Dienst Gottes genannt"63). Dementsprechend überträgt das palästinische Targum die Worte: „ihm, dem Ewigen, sollt ihr dienen" mit den Worten: „vor ihm sollt ihr beten"60). Hiermit stimmt auch eine Erklärung überein, die im Talmud erhalten ist, die den Satz (Exod. 23, 25) „ihr sollt dem Ewigen, eurem Gotte dienen" dahin erläutert: „das meint das Lesen des Sch'ma und die Tephilla"70). Auf eine frühe Zeit geht wohl auch eine Überlieferung zurück, die der palästinische Talmud im Namen des Menahem aus Gallaja bietet: „Zu dem, der vor den Thoraschrein hintritt, um die Tephilla vorzubeten, sage man nicht: komme und bete, sondern komme und tritt heran: verrichte unser Opfer, verrichte, was uns not tut, führe unseren Kampf, erflehe Versöhnung für uns"71). Auch hier, in allen diesen Sätzen, ist es zu erkennen, wie nicht nur neben, sondern gegen den Opferdienst ein anderes, hier das Gebet, gesetzt ist und wie für diese seine Stellung der entscheidende Beweis, der aus der Bibel, herangeführt wird. 45

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