Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1927-01-01 · 1927 · page 44

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1927
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2273546-2273633--2140-2275939
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

oder in den Synagogen. Und auch das ist begreiflich, daß bei der entscheidenden Bedeutung, welche der Bibel zukam, in dieser Auseinandersetzung alle auf sie ihren Anspruch gründen wollten. Die tannaitischen Schriften zeigen es deutlich. Die Frage wird hier des öfteren erörtert, welches der Gottesdienst, der wahre Gottesdienst, die nTQJT ist. Und es wird darauf hier die Antwort gegeben, daß der „Dienst Gottes" nicht das Opfer sei, also nicht das, was der Tempel gewährt, sondern das, wofür die Synagoge sich darbietet, das Gebet und die Erklärung der Schrift. Besonders dieses Letztere, das also, Avas Josephus betont, wird hervorgehoben. Alle die Sätze, die es dartun, anonyme Haggada, stammen offenbar aus der Zeit, in der noch der Tempel den Synagogen gegenüberstand. Wir besitzen auch mannigfache Aussprüche aus. den Generationen nach seiner Zerstörung, besonders aus dem Munde von Jochanan ben Sakkai und seinen Schülern, in denen tröstend gesagt wird, daß die Stelle, die der Opferdienst besessen habe, nun doch nicht leer geworden, und das, was er geschenkt habe, nicht verloren sei, daß nun Gebet, Wohltun und Umkehr an seiner Statt da seien. Aber in einem Vergleich mit diesen Worten, die die Auseinandersetzung mit einem Geschehenen, mit einem Schicksal erkennen lassen, in denen ein Ton des Beruhigenden schwingt, tritt alsbald der Unterschied hervor und zeigt es sich, daß unsere Sätze eine Zeit voraussetzen, in welcher der Tempel eine Wirklichkeit noch war. Vorerst ist es, wie gesagt, die Beschäftigung mit der Lehre, die als der Gottesdienst hingestellt wird. Zu den Worten aus dem Abschnitt des Deuteronomium, der zu dem zweiten Teil des Sch'ma- Gebetes geworden ist und auch zur Morgenandacht der Priester im Tempel gehörte63), „zu lieben den Ewigen, euren Gott und ihm zu dienen mit ganzem Herzen und ganzer Seele" wird im Siphre64) bemerkt: „Ihm zu dienen — das meint die Beschäftigung mit der Lehre . . .; wie der Dienst am Altar Gottesdienst genannt ist, so die Beschäftigung mit der Lehre." Und begründend wird hinzugefügt, daß sie das erste Gebot Gottes bedeute, das, welches dem ersten Menschen, vor allem Opferdienst und allem Dienst im Heiligtum, gegeben worden sei. In ähnlicher Weise wird in einem anderen Satze der Grottesdienst durch die Thora vor den Gottesdienst im Tempel gestellt: „Ihm, dem Ewigen, sollt ihr dienen" das bedeutet: „durch seine Lehre diene ihm und durch sein Heiligtum"65). Noch bestimmter ist ein Wort im Siphre sutta. Um den Satz der Thora zu erklären, daß die Leviten „die Obhut über das Stiftszelt haben UU

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.