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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1927-01-01 · 1927 · page 29

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1927
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273633--2125-2275924
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allem dem Kaufmann oft die Weise und das Wesen bestimmen. Max Weiß ist nie in dieser Art ein Bourgeois gewesen. Hiervor hat ihn das Jüdische, das in ihm lebte, sein jüdischer Idealismus, •das Bewußtsein von seinem Judentum bewahrt. Er war als Kaufmann der Jude. Damit ist er Herr über seinen Beruf geblieben, und er stand damit auch über allem Materialismus, über allem bloßen Streben nach Gewinn. Kaufmann sein, bedeutete ihm nicht nur ein Geschäft, sondern eine Aufgabe der Vornehmheit. Er wußte immer, was sein Judentum auch seinem Berufe gab, und was sein Beruf seinem Judentum schuldig war. Auch daher hat das Geistige, •das, was über den Tag hinausführt, zu ihm gesprochen; sein Leben erhielt auch von hierher sein Gebiet des Idealen, des Strebens für die jüdische Idee. In sein Judentum konnte er alles eingliedern, was sein Leben ihm gab und ihm fügte. Vornan sein unermüdliches, niemals beiseite gestelltes Wirken für unsere Hochschule war ihm darum etwas, worin er eine Bedeutung seines Lebens fand. In seiner Art und in dem Umkreis seines Daseins hat auch er so die Verbindung des Jüdischen mit der werdenden Zeit geschaffen, auch er als eine Gestalt, zu welcher wir hinblicken dürfen, als •dieser jüdische Kaufmann, der, bei all dem nüchternen Fleiß in seiner Arbeit, immer in der lebendigen Beziehung zu dem eigenen Ideale bleibt. Obwohl in Wurzeln und Fasern mit dem Alten seiner Umwelt und, es darf hier wieder gesagt werden, mit ihrem Preußirschen verwachsen, hat auch er durch seine Lebensform dem neuen Prinzip einen Beweis bereitet. Männer einer zu lösenden Lebensaufgabe waren diese beiden, Albert Mosse ein Kämpfender, der sich seinen Weg hatte bahnen müssen, Max Weiß, wenn auch nicht zu solchem gefordert, so doch •ein Mann, der sich durchgesetzt und selbst sein Haus aufgebaut hatte. Der Dritte, dessen diese Stunde in Treue gedenken heißt, Paul Meyer, wrar ein Erbe, ein Erbe mit allen den Eigenschaften •der Gemessenheit und der Vornehmheit, die ihm zu eigen sein können, und in die wenigeren Worte lassen sich darum ja auch sein Leben und sein Wesen fügen. Die Atmosphäre seines Elternhauses Avar die Luft jüdischer Vornehmheit, der eigentümlichen jüdischen Aristokratie, die anders ist, weiter hinausschauend und seelisch erschlossener, als sonst ein Patriziat. Lernjahre hatte er im Hause von Moritz Lazarus verlebt, und auch hier hat er eine Luft jüdischer Vornehmheit geatmet, eine andere, die einer besonderen geistigen iGewähltheit. Dieses Ererbte und dieses Erlebte und der Respekt 29

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