Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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elterlichen Hauses abhalten konnte, wo damals die Versammlung getagt hatte. Jene Versammlung war für die Durchführung des lange vorher ergebnislos erörterten Planes entscheidend geworden, dank Moritz Meters warmherzigem Eintreten und seiner edlen Bereitwilligkeit, den Grundstock für die Mittel der Stiftung zur Verfügung zu stellen, war die Gründung der Hochschule gesichert. Als nach langer Krankheit und dem frühen Tode seines Vaters die. Vorbereitungen wieder aufgenommen wurden, wirkte Dr. Paul Meyer, im Einverständnis mit seiner Mutter, Frau Nanny Meyer, an ihnen tatkräftig mit. Anfangs hat er als Schriftführer gewirkt, bis er an die Eisenbahn-Direktion in Elberfeld und spater nach Frankfurt a. M. versetzt wurde, — aber auch außerhalb Berlins hat er nie auf gehört, seine warme Teilnahme an den Arbeiten des Kuratoriums zu bekun1- - den. Als er dann aus dem Staatsamte schied und in das väterliche Haus nach Berlin übersiedelte, hat er wieder regelmäßig mitgearbeitet, 1023 hat er das Amt eines stellvertretende« Vorsitzenden übernommen und solange innegehabt, bis schweres Leiden ihn zwang, es niederzulegen. Die Arbeil an der Hochschule war dem Verewigten Herzensangelegenheit, ein heiliges Vermächtnis seines Vaters, das er, ebenso wie seine Mutter, in pietätvoller Treue wahrte. Die edle Frau hat nicht nur, der Absicht ihres Gatten gemäß, das Kapital gespendet, auf dem das Vermögen der Anstalt aufgebaut werden konnte, sie hat auch ihre Entwicklung begleitet und sie in allen Nöten und Fährnissen, mit mütterlicher Fürsorge umhegt. Viele Jahre hat sie im Verein mit ihrem Sohne das Defizit der Anstalt gedeckt, und wenn die Familie Meyer auch nur selten ihren Namen unter den Spenden erwähnen ließ, wußten doch alle Eingeweihten, daß ihre treue unermüdliche Fürsorge sich hinter der Anonymität verbarg. Ohne diese stete Opferwilligkeit wäre es nicht möglich gewesen, die Anstalt durch die schwierigen ersten Jahrzehnte ihres Daseins hindurchzuretten. ° j Paul Meyer, der an der Wiege der Hochschule gestanden, hat ihr Wachstum verständnisvoll verfolgt. Er stellte den lebendigen Zusammenhang mit ihren Begründern dar, er vertrat ihre Ideale und hielt vor allem an dem Grundsatz fest, daß sie als unabhängige Pflegestätte der wissenschaftlichen Forschung erhalten werden müßte.' Wie schon vorher seine Eltern zu Immerwährenden Ehrenmitgliedern 6