Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1925
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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— 21 — Cohen verschmähte es nicht, in den Jahren, die seiner Müsse gehören sollten, seine Kraft, und seine Weisheit uns zu widmen. So befand sieb alles in langsam fortschreitender Entwicklung, als der Sturm des Weltkrieges heranbrauste und uns auseinandersprengte, wohio einen jeden gerade die Pflicht rief. Mit Mühe konnten wir die Lehrtätigkeit aufrecht erhalten, die Dabeigebliebenen in ioniger Fühlung mit den Draussenstehenden — und wir wollen es in unserer Feststimmung nicht unterlassen, unseren wackeren Kommilitonen, die dem Vaterland ihr Leben hingegeben haben, heute eine stille Träne zu weihen, und auch der indirekten Kriegsopfer, wie unseres lieben Kollegen II och fei d, des ersten Schülers der Anstalt, der hier auch lehrte, in Treue zu gedenken! Mit Anspannung aller Kräfte gingen wir an den Wiederaufbau, an eine Ergänzung unseres Kollegiums durch Berufung neuer Lehrer, die Staatsbehörden verliehen, uns den Namen Hochschule wieder, — da kam der wirtschaftliche Zusammenbruch, der uns erneut vor die Frage von Sein oder Nichtsein stellt. Gewiss, wir teilen die Not mit allen Hochschulen, aber unser Los ist härter, da uns der Rückhalt dos Staates und der Notgemeinscbaft der deutschen Wissenschaft fehlt, da selbst in den judischen Gemeinden nicht überall die rechte Einsicht in den Ernst der Lage und die Bedeutung unserer Wissenschaft herrscht. Allein das Schicksal bat uns nicht verwöhnt, unsere Hochschule weiss, was harte Zeiten bedeuten und wie man sie überwindet. Wir richten uns an dem Beispiel unserer Vorgänger auf, die in Kummer und Not ihr Leben der Wissenschaft gewidmet, mit Selbstüberwindung und Hingabe der Idee des Lebrhauses und seiner Freiheit gedient haben. Wir wollen es ihnen gleich tun, das Erbe, das sie uns hinterlassen haben, zu ehren und zu mehren!! III. Auch zu mehren! Das Programm der Hochschule sctfliesst eine gewaltige Verpflichtung ein, und, darüber kann kein Zweifel herrschen, wir Btehen erst am Anfang seiner Erfüllung. Wir blicken mit Befriedigung auf den Besitz von fünf Lohrstühlen für die Hauptfächer unseres Gebiets; aber abgesehen davon, dass ihre einst in Aussicht genommene Doppelbesetzung noch in weiter Ferne liegt, ..fehlt es uns für das. Gesamtgebiet der Wissenschaft des