Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1925
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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— -20 - Sicherheit, aber nicht geistige Unabhängigkeit gewährleisten konnte. Wenn auch der alte Grundsatz preisgegeben, wenn von Seiten der Berliner und später auch anderer Gemeinden jährliche Beiträge angenommen wurden, so geschah es unter Wahrung der Selbständigkeit, unter Aufrechterhiiltung voller Freiheit für Forschung und Lehre. Dieser Mut des Beharrens auf dem für recht erkannten Wege, hat schliesslich" zum Erfolg geführt, or half die Schwierigkeiten überwinden, die öffentliche Meinung erkämpfen, half den Gemeinsinn erwecken für den Gedanken des freien jüdischen Lehrhausos. Allmählich ging es aufwärts, schrittweise nur, aber stetig. Siegmund-Maybaum, der bewunderte Kanzelredner, der bei uns am Lohrgubäude der praktischen Theologie arbeitete, erwies sich" als feste Stütze für den materiellen Aufbau, für die innerliche Festigung der Hochschule. Herman Veit Simons ebenso energische wie liebevolle Fürsorge strebte das gleiche Ziel an, die vereinten Bemühungen blieben nicht vergeblich. Die Alt und Vorbildung der Studierenden wurde gleichmässiger, das fluktuierende Element der Gasthörer trat zurück, es erwies sich als heilsam, dass die Lehranstalt sich eine Zeit lang auf einen engeren Kreis beschränkte; in sich gesundet, konnte sie diesem festen Stamm wiedor einen Kranz Aussenstehendor ansetzen. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Studierenden wurde herzlicher und ergiebiger. Der Lehrkörper konnte nach und nach verjüngt, die Sonderung der Disziplinen gefördert werden. Das v Vertrauen wuchs, es bekundete sich in der Berufung unserer Schüler in angesehene Stellungen, bekundete sich in der Errichtung grösserer Stiftungen, deren einige die Schaffung neuer Lehrstühle und die Bereicherung unserer Bibliothek ermöglichten. Schliesslich gelang e3, dieses herrliche Gebäude zu errichten, dessen zweckmässige Einrichtung, dessen licht- und luftdurchüutete Räume in Lehrern und Hörern die Arbeitsfreudigkeit erhöhen. Jetzt erst war die Anstalt von ihrer Unstetigkeit erlöst und zur Bodenständigkeit gelangt. Die Einweihung des Hauses begleitete sie mit der Eröffnung einer wissenschaftlichen Schriftenreihe, von der im Laufe der Zeit 20 Hefte mit Beiträgen von Lehrern und ehemaligen Schülern erschienen sind. In ihrem Hause konnte sie sich würdig der Oeffentlichkeit präsentieren! von diesem Katheder aus hielten Gelehrte, die nicht unserem Kollegium angehörten, öffentliche .Vorlesungen. Ludwig Geiger begann die Reihe und Hermann