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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1925-01-01 · 1925 · page 20

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1925
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273629--2067-2275864
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— IG — jüdischen Lehrhaus war damit nicht genügt, die theologischen Bildungsanstalten litten unter der Enge ihres Programms und der Einseitigkeit ihrer religiösen Richtung, sie konnten ein Anfang sein, nicht die Erfüllung. Es blieb, wie es Steinthal in seiner Festrede vor 25 Jahren ausdrückte, das Verlangen bestehen, „die alte Jeschiba unddas Betu-IIamidrasch für die heutigen Juden gemäss den neuen wissenschaftlichen Forderungen und Lehrverhältnissen wioder zu beleben". Diese historische Mission wurde von Moritz Lazarus, dem Begründer der Völkerpsychologie, und Salomon N e u m a n n, oinom dor ältesten Sozialhygieniker, erfasst; im Verein mit der Familie des Stadtrats Moritz ,M e y e r schritten sie zur Begründung der Hoch sehulo für die Wissenschaft des Judentums. Sie wählten den Namen Hochschule, um damit das Ilöhenmass der wissenschaftlichen Tätigkeit anzuzeigen, das in Bezug auf Lehrer und Schüler den Anforderungen einer deutschen Universität entspricht. Die „Hochschule" ging über den Rahmen einer theologischen Anstalt hinaus durch den Umfang ihres Programms, durch die Gewährung weitgehender Freiheit für Lehrer und Hörer. Die gesamte „ Wissenschaft dos Judentums", so heisst es in dor ersten Mitteilung über die neue Gründung, .ist nicht bloss die Wissenschaft seiner Theologie; dio Geschichte der Juden z. B. oder die Geschichte der jüdischen Literatur, selbst dio semitischeu Sprachstudien treten aus dem Rahmen einer theologischen Fakultät heraus. Alle Erzeugnisse und Schicksale dos jüdischen Geistes, sein Beruf und seine Entwicklung, seine Berührung und Durchdringung mit dem Geiste anderer Völker, seino Teilnahme an der theoretischen und praktischen Entwicklung des Geistes und seine Stellung in , der Geschichte der Menschheit — dies alles wird von der gesamten Wissenschaft des Judentums umfasst, aus den Schätzen seiner eigenen oder fremden Literaturen erforscht und in verschiedenen Disziplinen gelehrt". Der Kreis der Studierenden sollte, wenn auch in erster Reihe auf die Ausbildung von Rabbinern Bedacht genommen ■wurde, keinerlei Beschränkung unterliegen. Den Studierenden aller Fakultäten, ohne Unterschied des Glaubens und des Geschlechts, auch dorn Privatmann sollte Gelegenheit geboten werden, sich wissenschaftliche Belehrung über das Judentum zu holen. Von ihren Lehrern forderte die Hochschule nicht eine Qlaubensformel, sondern nur den Nachweis wissenschaftlicher

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