Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1922
- Date
- 1922-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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— Ii — liches Kontingent. Ihre Vorbildung war nicht .gleichartig. Anfangs — auch die Universität liess damals Nichtabiturienten zu — mangelte es den Studierenden aus dem Ausland violfach an allgemeiner Bildung und es musste da nachgeholfen werden. Später Messen die hebräischon Kenntnisse der Eintretenden zu ■wünschen übrig, es musste ein vorbereitender Unterricht nach Art der an den Universitäten bestehenden philologischen Proseminare eingerichtet werden. Die Zahl der Nichttheologon hat (Jen Erwartungen nicht immer entsprochen; aber e3 haben doch stets Studierende anderer Fakultäten den Wunsch gehegt, an den Kursen der Hochschule teilzunehmen und damit die Notwendigkeit der Institution anerkannt. Gerade in den letzten Jahren ist das Bedürfnis nach einer derartigen Ausbildung unter den jüdischen Studierenden dringender geworden, die Einrichtung findet in den verwandten Anstalten Nachahmung. Nichtjuden haben zwar nicht in grosser Zahl, aber immer wieder die Vorlesungen der- Anstalt besucht; einige Gelehrte, die sich später wissenschaftlich in diesem Gebiete betätigt haben, verdanken ihr wertvolle Belehrung und Anregung. Für die Verbreitung von Aufklärung über das Judentum ist diese Zusammenarbeit von hoher Bedeutung. Weiblichen Hörerinnen hat dio Lehranstalt Aufnahme gewährt, lange ehe das Fraucnstudiutn allgemein verbreitet, war. Neuerdings wächst die Zahl der Abiturientinuon unter ihnen, in der Mehrzahl hörten sie als Hospitantinnen. Von Anfang an hat die Hochschule Gasthörer zugelassen, sei es, däss sie nicht die genügende Vorbildung für dio Immatrikulation besassen oder — wie es in Berlin angestellte Lehrer häufig taten — nur einzelno Vorlesungen hören wollten. Ein Teil der Studierenden der zuletzt erwähnten Kategorien hatte eichals Hospitanten eintragen lassen. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden im Winterhalbjahr regelmässig öffentliche Abendvorlesungen gehalten, die für einen weiteren Hörerkreis bestimmt waren und zahlreiche Besucher aus allen Berufschichten anzogen. Im letzten Winter haben wir einen Zyklus von vier Vorträgen in hebräischer Sprache eingerichtet, der vorzüglich besucht war. Die Frequenz der Anstalt beleuchten die folgenden Ziffern: Sie begann 1872 mit 10 Hörern, die Zahl stieg allmählich an, 1884 waren es 30, 1892 sogar 41, dann fiel die Zahl ein wenig, stieg 1904 wieder auf 45 und erreichte 1913 mit 03 die Höchst-