Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1922
- Date
- 1922-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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— 10 — •3 ( Tier Mitgliedern im Hauptamt und e i n em im Nebenamt. Die Ausgaben für die Dozentenhonorare, die 1873 mit M. 9 69o.75 begannen, stiegen 1875 vorübergehend auf M. 11 275.—, fielen aber rasch und erreichten diesen Satz erst 1895 mit M. 11450.— . wieder; 1914 betrugen sie M. 43 935.— und für 1922 sind sie mit M. 303 500.— angesetzt. Nichtsdestoweniger ist das Kuratorium darauf bedacht, mit der Entwicklung der Wissenschaft Schritt zu halten und die Zahl der Dozentenstellen zu vermehron; es vertraut darauf, dass die Freunde der Hochschule für eine als notwendig erkannte Erweiterung ihr die M ittel nicht versagen werden. Gleich der vom ersten Lehrerkollegium aufgestellte, vorläufige Lehrplan enthielt einige Lehrgegenstände, die, zumindest bis dahin, an den ähnlichen Zwecken dienenden Instituten nicht behandelt wurden, wie „Einleitung in die Wissenschaft des Judentums, Geschichte der hebräischen Sprache, Geschichte der jüdischen Sekten, Stellung, Lehrinhalt und Aufgabe des Judentums in der Gegenwart, vergleichende Religionsgescbichte, Ethik und Religionsphilosophie". Seit 1872 haben die Wissenschaft des Judentums und die ihr verwandten Studiengehieto eine ungeahnte Ausdehnung und Vertiefung erfahren, der Umfang der einzelnen Wissensgebiete ist zu weit, als dass ein einzelner Ge- . lehrter sie ganz umspannen könnte. Der ursprüngliche Plan einerD oppelbesetzungderLehrstühle wird nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Berücksichtigung der verschiedenen Standpunkte und Individualitäten, sondern auch aus der natürlichen Entwicklung der Wissenschaften heraus zur Notwendigkeit. b«»w Die Hochschule unterscheidet sich von allen verwandten Instituten dadurch, dass sie Studierende ohne Unterschied des Glaubens, des Geschlechts und der FakuUät zulässt. Dio überwiegende Mehrzahl der Hörer verfolgte das Ziel, sich dem Rabbiner- oder Lehrberuf zn widmen. Anfangs stammte der grösste Teil der Studierenden aus Oesterreich-Ungarn und den Vereinigten Staaten von Amerika; nachdem in diesen. Landern Institute zur Ausbildung von Rabbinern errichtet worden waren, suchten häufig junge Leute nach Absolvierung ihrer Studien zum Zweck ihrer Fortbildung unsere Anstalt auf. Mit der Zeit wuchs die Zahl der deutschen Abiturienten, welche sichder Hochschule und der Lehranstalt zuwandten; neben ihnen stellten die im alten Russland vereinigten Staaten ein-beträcht-