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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1922-01-01 · 1922 · page 7

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1922
Date
1922-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273625--2016-2275811
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— 7 - Wenn den Studierenden der Hochschule der Vorteil einer einheitlich vertretenen, in sich geschlossenen Lehrmeinung versagt blieb, so wurde diese Unbequemlichkeit durch die Vielseitigkeit der Anregungen, durch die Erziehung zu selbständiger Forschung, zu eigenem Denken, zur Bildung einer freien Ueberzeugung reichlich aufgewogen. Die freie Verfassung der Hochschule bot auch die Möglichkeit, Gelehrten von Ruf, die nicht Mitglieder des Lehrkörpers waren, das Katheder zur Verfügung zu stellen. So hat aus den Reihen des Kuratoriums Ludwig Geiger im Winter 1908 über „die Juden und die deutsche Literatur" gelesen, und Hermann Cohen, der noch als Marburger Professor das Opfer brachte, Ferienkurse bei uns zu leiten, hat nach seiner Uebersiedelung hierher regelmässig Vorlesungen und Uobungen über sein Spezialgebiet gehalten und einen ebenso dankbaren wie begeisterten Kreis von Jüngern und Hörern gefunden. Wurde so das sachliche Ziel unverändert festgehalten, so haben sich in der äusseren Ausgestaltung ihres Werkes die Erwartungen der Gründer nicht voll erfüllt. Der Name Hochschule, der ihre Höhenlage kennzeichnete, konute für die Dauer nicht aufrecht erhalten werden. 1883 wurde ihr bei der Verleihung der Rechtsfähigkeit die Bezeichnung „Lehranstalt" auferlegt. Für wen ein Name Schall und Hauch ist, der konnte darüber leicht zur Tagesordnung übergehen, denn das Programm blieb unverändert. Für die öffentliche Meinung aber bedeutete die Aenderang des Namens, der bereits eine gewisse Popularität gewonnen hatte, eine Herabsetzung. Darum konnten wir es nur mit aufrichtiger Dankbarkeit begrüssen, als 1919 die Staatsbehörden die Zustimmungzur Wiederherstellung der ursprünglichen Bezeichnung in Aussicht stellten. Eine hierzu erforderliche Statutenänderung wurde durch die Mitgliederversammlung 1920 beschlossen, die zuständigen Behörden erteilten ihre Genehmigung, seitdem heisst die Anstalt wie bei der Gründung „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums*. In argem Missverhältnis zur Erhabenheit der Idee und zur Grösse der Aufgabe stand die dafür betätigte Opferbereitschaft. „So arm wie einst unsere Hochschule hat noch keine gleichartige Anstalt ihren Lebensweg begonnen." Mit einem Vermögen von 17C00 Talern und Jahresbeiträgen in Höhe von 2000

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