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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1919-01-01 · 1919 · page 26

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1919
Date
1919-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273619--1956-2275748
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— 26 - unter uns. In einer Zeit, in der die Konventinn. die Gesellschaft im iiussorlidu'u Sinne des Wortes, so viel und für viele gerade seines Berufskreises alles bedeutete,' gehörte er zu den wenigen, die den Mut zur eigenen Gestaltung des Lehens, den Mut zum Ideale hatten. Für ihn bedeutete Idee, bedeutete Ideal noeh ein Führendes im Leben. Ks war darum kein Zufall, dass Brünu sich su innig dem Manne anschloss, der die Philosophie des deutsehen Idealismus zu erneuern unternommen halte. Mit seiner Persönlichkeit fügt er sieh ganz in das Wesen des preussischeif jüdischen Idealismus, der jüdischen Aufklärung ein; er lugt sich durin ein mit seinem Enthusiasmus und seinem Optimismus, den er hesass, mit «einer Fähigkeit, persönlichen, innerlichen Anteil zu nehmen, seinem Drange, zu wirken und zu schallen, vor allem für die jüdische Gesamtheit zu arbeiten, mit seinem Glauben an die Zukunft dessen, wofür er arbeitete, wofür er lebte. Wenige Monate nach Brünu ist M a r t i n 1* h i 1 i p p s o n uns entrissen worden, ein Mann, so ganz anders als Brünn in seiner Erscheinung, der äusseren wie der des Wesens, aus anderem Kreise stammend, in ganz anderer Richtung durchs Lehen geführt: dort d»r Kaufmann, hier der Gelehrte: dort der Berliner, wie so mancher echte Berliner, Berliner nicht durch Gehurt, sondern durch Weg und Wahl, hier der Mann, der an vielen Stätten seinen Platz sich bereitet, vielen Kulturen sich eröffnet hatte und ein Mittler von Kulturen geworden war; dort der Mann, der eine Tradition aufgenommen hatte in dem Hause, in das er eingetreten war, hier der Mann, in dem als bestimmendes Erbe die starke Traditiou des Vaterhauses fortwirkte, von dem Vater her auch mit unserer Lehranstalt verbunden. Aber bei all diesem Verschiedenen doch eine Gemeinsamkeit des sittlichen Bodens, des sittlichen Emptindens, diese Gemeinsamkeit, wie der jüdische Idealismus sie gab, diese Kraft der Begeisterung, dieses Leben für ein Ziel,' dieser Wunsch, zu geben und sich hinzugeben. Als ein Mann auf der Höhe des Lebens war Philippson nach dieser Stadt gekommen und hier in die Arbeit für das Judentum eingetreten : es war, wiewenner das ganze Ergebnis seines Lebens nun uns t-chenkte. den ganzen Reichtum, den sein Geist erworben, die ganze Fülle seiner Weltkenntnis, die ganze Energie seines suchenden Willens. Hierin gleicht er Hermann Cohen, dem auch die

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