Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1915
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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30 - auf dessen Gestaltung er nicht bestimmend eingewirkt hat. Insbesondere geht «aller künstlerische Schmuck auf seine Anregung zurück, denn es war sein Bestreben, ein Gebäude zu errichten, das nicht allein zweckmäßig, sondern auch anregend und stimmungsvoll wäre. Wir haben es seinen Mühen zu danken, wenn wir ein Haus erhielten, das das schönste und besteingerichtete seiner Art in der ganzen Welt war. Die Vollendung des Neubaues wurde ein Markstein in der Entwicklung der Anstalt. Nicht darin lag der Fortschritt, daß wir statt kleiner große Räume, statt einer veralteten, dürftigen eine neue, reiche Einrichtung erhielten, obwohl auch das nicht gleichgiltig war, daß wir unseren Studierenden einen lichtdurchlluteten, mit einer reichen Handbibliothek ausgestatteten Lese- und Arbeitssaal den ganzen Tag über öffnen konnten, daß die Dozenten in die Lage kamen, unabhängig von einander Vorlesungen und Uebungen gleichzeitig zu halten, daß wir die Möglichkeit gewannen, Vorlesungen für weitere Kreise zu veranstalten, und damit die Verwirklichung von Simons Ideal einer jüdischen Volkshochschule zu beginnen. Nein, von größerer Bedeutung als alles dies war, daß die Anstalt erst jetzt bodenständig wurde, daß sie an das Licht der 0 e ffentlichkeit trat und die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkte, daß wir eine Stätte gewannen, an Her wir gerne verweilten, die wir stolz und freudig als Heim betrachteten. Ein Heim, das war es, was Simon uns zu schaffen wünschte. Was er so hoch schätzte, was er in so vollkommener Weise sich aufgebaut hatte, eine Stätte harmonischen Zusammenschlusses, edelster Geselligkeit, das erstrebte er auch für die Anstalt. Wir alle, die wir liier zu gemeinsamem Wirken uns vereinen, Kuratorium, Lehrer und, nach seinem Wunsche, auch die Studentenschaft, sollten zu einer großen Familie zusammengeschlossen werden, nicht nur geraeinsam arbeiten, sondern auch durch harmonischen geselligen Verkehr einander persönlich nahe gebracht werden, in Treue zusammenstellen in Freud und Leid. Wer von uns ist ihm nicht für seine Freundschaft zu Dank verpflichtet, wer hat nicht seine teilnehmende Herzlichkeit, seine zartsinnige Aufmerksamkeit bei ernsten und bei frohen Gelegenheiten wohltuend empfunden! So hat er unter uns gewirkt wie ein Patriarch der Vorzeit, nicht nur mit den reichenMitteln seines Verstandes,