Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1915
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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— 29 - geschichte der Juden, die vergleichende Religionsgeschichte, dio Methodik des jüdischen Religionsunterrichts und nicht zuletzt die Religionsphilosophie. Als den schönsten Erfolg seiner Verwaltung betrachtete Simon die Angliederung der Moses Mendelssohn- Toleranz - Stiftung, und wie er ihrem hochherzigen Begründer, Moritz Manheimer, ßtets verehrungsvollste Dankbarkeit entgegenbrachte, so gereichte es ihm zu besonderer Genugtuung, als es ihm gelang, einen Denker von der Bedeutung Hermann Cohens, dessen Kraft für die Anstalt zu sichern seit langer Zeit das Ziel seines Strebens war, für diesen Lehrstuhl zu gewinnen. Wie das wissenschaftliche Studium, so ist auch der vorbe reitende Unterricht im Hebräischen, der den Studierenden den ZugaDg zu den Quellenschriften erschließen soll, im letzten Jahrzehnt unausgesetzt verbessert und erweitert worden. Nicht minder bildete die Fortbildung unserer Studierenden, die Heranbildung eines wissenschaftlichen Nachwuchses den Gegenstand von Simons Aufmerksamkeit und Fürsorge; wenn auch bisher hierfür nocli nichts Durchgreifendes geschehen konnte, so wurde in den ,.Schriften der Lehranstalt", die auf Simons Anregung an Stelle der wissenschaftlichen Beilagen zum Jahresbericht traten, ein Organ geschaffen, das nicht nur den Lehrern, sondern auch den Jüngern der Anstalt zur Veröffentlichung größerer wissenschaftlicher Arbeiten zur Verfügung steht. Das sichtbarste Denkmal seiner unermüdlichen Tätigkeit hat Simon uns in diesem herrlichen Gebäude hinterlassen. Als er in das Kuratorium eintrat, wTar die Schenkung, die den Grundstock für die Errichtung des eigenen Heims bildete, bereits vollzogen, aber ihr Betrag reichte auch für einen bescheidenen Baugrund in der Nähe der Universität, wo wir ihn suchen mußten, nicht aus. Da war es Simons Entschlossenheit, die zur Tat drängte. Im Vertrauen darauf, daß die Freunde der Anstalt ihn beim Beschaffen der Baukosten nicht im Stiche lassen würden, ging er ans Werk, auf seine Anregung wurde dieser Platz erworben, der zwar nicht umfangreich war, aber bei voller Ausnutzung Raum genug für die Bedürfnisse der Anstalt bot. Er hat mit den Baumeistern die Pläne durchgearbeitet, alle Einzelheiten der Einrichtung und inneren Ausstattung aufs eingehendste beraten. Es gibt in diesem Hause keinen Raum und keinen Gegenstand, den Simon nicht von der Zeichnung an verfolgt,