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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1915-01-01 · 1915 · page 25

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1915
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273611--1876-2275664
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— 25 — Stätte aus gesprochen hat, .mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft in Treue festhalten an der Religion der Väter und sie im Leben durch den Wandel bewähren." Das war der Leitstern seines Lebens, es blieb bestimmend für seine Stellung zum Judentum, für seine Mitarbeit an der Entwicklung und Erhaltung unserer Religion. Er war ein freigesinnter Mann, der das Recht selbstständigen Denkens und Forschens in den höchsten Fragen , für sich in Anspruch nahm, aber unberührt davon lebte in ihm echte Frömmigkeit, felsenfestes Gottvertrauen, ein lebendiges Gottesbewußtsein. Er fühlte den Gott, den er dachte, in gewissenhaftem Streben hatte er die Vermählung von Glaube und Wissenschaft in sich vollzogen, „die wahre Frömmigkeit" — so sagte er bei der Einweihung dieses Hauses — „kanu nur auf dem bewußten Streben nach Wahrheit beruhen Unser Glaube ruht auf Vernunft, unsere Vernunft lehrt uns glauben." Der Grundzug seiner Religiosität war nicht die Kritik, sondern eine tief und warm empfundene Frömmigkeit. Darum hat er innerhalb des liberalen Judentums, zu dessen treuesten Bekennern und tatkräftigsten Vorkämpfern in unserer Gemeinde und innerhalb des deutschen Reiches er gehörte, stets die positiven Aufgaben betont, auf „eine gesunde, von historischem Sinne getragene Weiterentwicklung" hingearbeitet. Familienbeziehungen brachten Simon frühzeitig in fterühvung mit unserer Hochschule. Seit der Begründung gehörte sein Vater, B e rt h o 1 d Simon, dem Kuratorium an: er hat ein Menschenalter hindurch dem Gedeihen der Anstalt mit nie ermüdendem Eifer seine treue Arbeit gewidmet, in langen Zeiten schwerer materieller Bedrängnis sich als Stütze ihres Fortbcstandes opferfreudig und tatkräftig bewährt. Das Werk, das der Vater begonnen, der Sohn dui fte es vollenden. Hatte der Vater in banger Sorge des wenig verheißenden Pfleglings gewartet, so war es dem Sohne vergönnt, ihm Frische und Lebenskraft einzuflößen, ihn einer gesunden, zukunftsreichen Entwicklung entgegenzuführen. Als BertholdSimon 1101 starb, da war es nur natürlich, daß das Kuratorium auf seinen Sohn, der schon damals sich allgemein hoher Wertschätzung erfreute, sein Augenmerk richtete, aber infolge Ueberbtirdung mit Berufsgeschäften lehnte er die Berufung ab; erst eine zweite Wahl, die 1904 erfolgte, fand ihn geneigt, die Bürde des Amtes zu übernehmen. Die Erfahrung der letzten zehn Jahre hat uns

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