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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1914-01-01 · 1914 · page 66

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1914
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273609--1842-2275629
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— 67 — ihres Staatsgedankens. Er hat, und dadurch ist er eine geistige Macht geworden, die das Für und Wider forderte, aus Altem und Neuem eine wissenschaftliche Religion aufgebaut, in der es dem Aufgeklärten gegeben sein sollte, dass er an die Götter glauben könnte. In die physikalische Theologie, dio er hierfür formte, hat er nun die Astrologie eingefügt; die Gestirne wurden der mathematische Beweis für den Polytheismus. Für das Judentum war das eine veränderte und zudem eine gefährlichere Kampfeslinie. Das alte Heidentum und seinen Götzendienst hatte man, je länger desto mehr, weit unter sich sehen können; seine Götter waren ein Eitles und Nichts, für das man den Spott bereit hatte, den Jesaias gelehrt, und den noch die „Weisheit Salomos" nachgeahmt hat. Jetzt trat der Glaube an die Götter im Zeichen der Wissenschaft auf, und dagegen reichte die Abwehr nicht mohr aus, die man gewohnt war; man brauchte andere Waffen und andere Richtungen des Streites. Der neue Kampf hat Jahrhunderte hindurch das Judentum erregt, und noch lange hin haben Narben und Spuren dargetan, dass ein Gegner tiberwunden werden musste, der auch den Sieger noch in seine Gedanken verfing. In diese Zeit führt uns unsere Predigt hinein, die dem Menschen die Wahl stellt, den Astrologen oder den Propheten zu folgen. Abraham erscheint als der, der den Glauben an Gott gewonnen hat und damit über die Sternenkreiso erhoben ward. „In Israel hat kein Gestirn die Macht", damit schliesst unsere Predigt,27) und mit diesem Satze, der ein Grundsatz wurde, ist die astrologische Schicksalslehre prinzipiell abgelehnt. Das Bezeichnende ist, dass man ihr mit jenen Worten Plätons begegnete. In seiner Philosophie erschien dem jüdischen Denken eben das verwandt, was uns hier entgegengetreten ist: der über das Irdische hinausweisende Zug, die Forderung der Ideen als der ewigen Urbilder des wandelbaren Vergänglichen, dieser grosse Begriff des Gleichnisses. In einer Predigt aus dem vierten Jahrhundert finden wir einen Satz, der eine unmittelbare oder mittelbare Uebertragung eines Wortes von Philon oder vielleicht; auch vonPlotin, dem Erneuerer der platonischen

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