Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1913
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2273546-2273607--1773-2275559- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 54 — den verschiedenen Seiten ihrer Bedingungen und Erscheinungsformen. Die Siedlungsverbältnisse sind die Grundlage der weiteren Betrachtung, die im zweiten Hauptteil noch eine Besprechung der überlieferten Nachrichten verlangt. Lässt sich, was nur selten und nur in kleinen Abschnitten der Fall ist, ein nicht auf lokale Grenzen beschränktes zusammenhängendes Bild gewinnen, so muss dieses hier geboten werden. Die Hauptmasse unter sich nicht in Verbindung stehender und als Ausdruck von Geschehnissen minderwertiger Nachrichten darf dagegen nicht aneinander gereiht, sondern nur unter sich gegliedert und in ihrer Wesenheit skizziert werden. Nicht in dem, was sie als Geschehnis melden, sondern in der Möglichkeit, sie rechts-, wirtschafts-, gesellschafts-, kultur- und literaturgeschichtlich auszunutzen (dritter Hauptteil), liegt ihr Hauptwert. Den Anfang macht die Rechtsstellung, und zwar in einer Gliederung, die zunächst zur Darstellung des allgemeinen Rechtszustands, dann des Fremdenrechts, der Grundlagen der Rechtsgestaltung, der Faktoren der Gesetzgebung führt und erst auf dieser Grundlage die Rechtsverhältnisse der Juden und die aus ihnen erwachsenden Leistungen und Beziehungen behandelt. Ebenso ist die Geschichte der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse aus der allgemeingeschichtlichen Grundlage herauszuarbeiten und in engste Verbindung mit den Siedlungs¬ und Rechtsverhältnissen zu setzen. Nun folgt ein kurzer innerjüdischer Teil: die Organisation und Verwaltung der Gemeinde, der Zusammenschluss von Gemeinden für politische, administrative und religiöse Zwecke und im Hinblick auf die gesonderte Behandlung dieser Materien ein flüchtiger Hinweis auf die kulturellen und literarischen Verhältnisse. An diese Teile, welche wesentlich Zuständliches behandeln, schlie88e ich zwei Teile an, welche wesentlich den Beziehungen gewidmet sind: der Stellung der Kirche und der öffentlichen Meinung' zu den Juden. Den Beschluss machen Versuche, die Teile zu einem ge-* schlossenen Anschauungskreis zusammenzufassen und <Uesen ebenso.