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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1912-01-01 · 1912 · page 81

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1912
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273605--1712-2275497
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— 85 — al pari zu gewinnen. Dem Könige der Makedonen fiel Rom in den Arm. Syrien kam aber zum Ziel. Palästina war der Gewinn. Das Reich, dessen Grenzen Antiochos, damals noch der Grosse, in Iran und Kleinasien geschützt und gefestigt hatte, gewann durch Palästina den südlichen Riegel zu Damaskus und der Euphratebene und die Angriffsbasis gegen Aegypten. Das * ist die Position, zu deren Schutz Antiochos Epiphanes in den Jahren 169 und 168 in sich und seinem Heere die glänzendsten Traditionen hellenischen Waffem*uhms wieder auferstehen Hess. Zwei kurze Feldzüge führten ihn durch das bereits von den Geburtswehen der Freiheit durchschüttelte Judäa vor die Thore von Alexandreia. Antiochos kehrt zum zweiten Male durch Judäa zurück. Jerusalem, das inzwischen etwas Revolte gespielt hatte, wird bestraft; die Tempelgelder werden konfisciert; nichts Schlimmes; Preussen hat sich im Kulturkampf darauf gut verstanden und Frankreich und Portugal tun es heute im Zeichen des Fortschritts. Und ein drittes: Zeus hellenios verdrängt den Gott der Juden aus dem Tempel von Jerusalem. Hier haben wir die Möglichkeit, die Probe auf das Exempel zu machen. Der Syrerkönig als Schutzpatron der Missionare! Das Schreckbild ist 2000 Jahre alt und hat den Tempelrednern reichen Stoff geboten. Etwas bleibt auch in meiner Auffassimg davon haften. Für falsch halte ich nur die geltende Ansicht, dass Antiochos den politischen Misserfolg durch einen religiöskulturellen Erfolg wettmachen wollte. Ich halte mich nicht dabei auf, zu zeigen, dass diese Ansicht in sich schon unwahr und unmöglich ist. Die Elemente meiner Auffassung sind gegeben: Palästina für Syrien die Angriffsbasis gegen Aegypten, für Aegypten das Ausfallsthor gegen Damaskus und die Euphratebene. Diese Position galt es nach dem ägyptischen Misserfolg doppelt zu sichern. Das Ziel ist klar und das Mittel nicht weniger. Die jüdische Politik des Antiochos hatte ihre Spitze nicht gegen Judäa, sondern gegen Aegypten. Vier Momente klären das auf. Erstens: die Sympathien der Masse des jüdischen Volkes, vor allem der alten zadokidischen Hohenpriesterpartei, standen gegen Syrien auf Seiten Aegyptens. Das milde hundertjährige ägyptische Regiment hatte tiefe Wurzeln geschlagen. Der Parteikampf in Judäa vor der Erhebung, der Kampf der

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