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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1912-01-01 · 1912 · page 80

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1912
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 80)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273605--1711-2275496
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— 84 — Das Gegenbild. Aegypten zu Syrien. Aegyptens Flotte beherrscht die See. Cypem, ägyptischer Besitz, ist ihr Stützpunkt. Wie ein Angriffsturm ist die berg- und buchtenreiche Insel in den syrisch-kleinasiatischen Küstenwinkel eingekeilt und bedroht unmittelbar die Reichshauptstadt Antiocheia und das die Hauptverkehrsader nach dem Innern bildende Orontesthal. So von der Seeseite. Besitzt Aegypten, zugleich das das Euphratgebiet einem Angriff öffnende jüdische Land, so ist Syrien an beiden Armen gefesselt. Vom allgemeinen Gesichtspunkt angesehen: dann ist die Landeinheit des afrikanisch-asiatischen Tieflands von Aegypten aus politisch einheitlich ausgefüllt und die SeleuMden sind gezwungen, ihre Krone in das iranische Hochland zu retten. Im Verhältnis von Aegypten zu Syrien stellt das jüdische Land also die Angriffsbasis nicht auf das eigentliche Syrien, das Bergland, sondern, im Zuge der Welthandelsstrasse, auf das grössere seleuMdische Hinterland, die Euphrat-Tigrisebene, dar. Mit anderen Worten: sowohl für Aegypten im Verhältnis zu Syrien, wie für Syrien im Verhältnis zu Aegypten ist Judäa die Angriffsbasis; aber mit einem Unterschied. Für Aegypten die territoriale neben der maritimen, für Syrien dagegen die Angriffsbasis schlechthin. Dieser tiefgreifende Unterschied muss die Stellung der beiden Vormächte zu Judäa notwendigerweise zu einem verschiedenen machen. Diese von der Karte abgelesene Konstellation beherrscht die Vorgeschichte und. die Geschichte des Makkabäerstaates. Das Weltreich der Perser und ihres Erben, Alexanders des Grossen, hatte die geographische Einheit in der politischen zur Erfüllung gebracht. Nach Alexanders Tode traten die Elemente wieder auseinander und das jüdische Land wurde 100 Jahre lang ein Bestandteil des Ptolemäerreichs von Aegypten, so lange , nämlich, als die SeleuMden das Schwergewicht ihrer Politik nach Kleinasien und dem Iran verlegen mussten. Erst als Rom die entscheidenden Schläge gegen Carthago führte und ihm die Herrschaft über das Westbecken des Mittelmeers gewiss war, schlössen sich Makedonien und Syrien zusammen, um die von den Ptolemäern, den Herren der ägäischen Inseln, nicht mehr zu behauptende Herrschaft im Ostbecken des Mittelmeers

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