Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1912
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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- <i7 - dauernd mit der Anstalt verbunden und zu ihrem Kurator gewählt1). Die Verwaltung der Anstalt gewann in ihm ein sachverständiges Mitglied, dessen ausgebreitete Gelehrsamkeit, dessen langjährige Betätigung für die Wissenschaft des Judentums zusammen mit einer reichen Erfahrung im Unterricht und im Leben von unschätzbarem Wert waren. Er war ein treuer, unparteiischer Berater bei allen vorbereitenden Schritten, vor allem wurde sein Urteil in allen denjenigen Fragen gehört, die den inneren Ausbau betrafen. Von ihm rührt der Studienplan her, der der Hochschule bei ihrer Eröffnung zu Grunde gelegt wurde, ihm ist es zu verdanken, wenn trotz der sehr beschränkten Mittel der Anstalt gleich von vornherein alle unentbehrlichen Fächer an ihr vertreten waren, sein Verdienst ist es vor allem (und das ist gar nicht hoch genug anzuschlagen), wenn nicht der verhängnisvollen Anregung Folge gegeben wurde, die biblischen Wissenschaften, da sie an der Universität gelehrt würden, von der Anstalt einstweilen auszuschliessen, wenn von vornherein der selbständigen jüdischen Bibelforschung hier eine Stätte geschaffen wurde. Nicht alle Wünsche Philippsons freilich konnten sofort Erfüllung finden, für die Anstellung von wenigstens fünf Dozenten, die er als unbedingt notwendig forderte, reichten die Mittel der Hochschule damals und noch lange später nicht aus. Auch an der Auswahl und Beruf ung der ersten Dozenten, an der Umschreibung ihres Lehrauftrags hatte erteil. Es entsprach der Bedeutung des Mannes und seinem Ansehen im Kuratorium, wenn er als Vertreter desselben bei der Eröffnung der Hochschule am 6. Mai 1872 die Weiherede hielt, in der er über die Berechtigung der Hochschule sprach und über ihre Aufgabe, die Ergebnisse der grossen Kulturbewegung im Bereiche des Judentums in echt wissenschaftlicher Weise zu sichern und in die Gesamtheit der Wissenschaften einzuordnen2). Es war das letzte Mal, dass Philippson in der Hochschule erschien, sein Alter, die zunehmende Schwäche der Äugen machten ihm die persönliche Teilnahme an den Beratungen des Kura- *) TJeber Phil. Anteil an der Gründung der Hochschule, vgl. Allg. Zeitung d. Judentums 1870, S. 1 ff. 2) Die Rede ist gedruckt das. 1872, S. 886 ff.