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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1912-01-01 · 1912 · page 63

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1912
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273605--1694-2275479
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- 65 - Von da aus kann alles ausgehen, was uns zürn Heile dient"1). Eine wissenschaftliche Fakultät mit voller Lehr- und Lernfreiheit, unabhängig von Einzelnen oder von den Regierungen, völlig unparteiisch, sollte im Anschluss an eine Universität gegründet werden, daneben ein Seminar zur Ausbildung von Lehrern als ein Denkmal des Geistes der deutschen Judenheit erstehen. Philippson begegnete sich in diesem Gedanken mit Abraham Geiger, der in seiner Zeitschrift die gleiche Anregung gegeben hatte2). Es ist heute ein müssiger Streit, wessen Kopf der Gedanke zuerst entsprungen ist, erst Philippsons „Aufforderung an alle Israeliten Deutschlands zu Subscriptionen, um eine jüdisch-theologische Fakultät und ein jüdisches Seminar zu begründen" hat ihn recht populär gemacht, hat ihm Freunde gewonnen, die sich tatkräftig für seine Verwirklichung einsetzten. Bis in die kleinsten Gemeinden, bis in die Hütten der Armen drang der Wunsch, zu dem grossen Werke beizutragen. Auch Geiger griff noch einmal zur Feder, um die Not der Zeit, die Notwendigkeit der Fakultät eindringlich zu schildern, es entwickelte sich allerorten eine starke Bewegung, eine Begeisterung, wie sie wenige Jahre vorher noch nicht für möglich gehalten worden wäre3). Die Gründung der jüdischtheologischen Fakultät ist trotz der gewaltigen Begeisterung damals nicht zustande gekommen, die Zeit war noch nicht reif für sie. Aber Philippson hielt die Hoffnung auf ihre Verwirklichung fest. An den Rabbinerversammlungen zu Frankfurt a. M. und Breslau weckte er von neuem Interesse für die Ausführung des Planes, er sah eine jüdisch-theologische Bildungsstätte erstehen, aber es war noch nicht sein Hochschul - Ideal. Da trafen auf der Ersten israelitischen Synode zu Leipzig 1869 wiederum Philippson und Geiger mit der Anregung zusammen, die noch immer vermisste jüdisch-theologische Fakultät zu schaffen. Philippsons Bemühungen auf der Synode galten hauptsächlich der Verbesserung der religiösen Unterweisung in den Gemeinden. Die von ihm geleitete Unterrichts-Kommission stellte eine Reihe von Anträgen, die in dem Satze gipfelten: *) Allg. Zeitung d. Judentums 1,1837, No. 88 S. 340 ff. 2) Vgl. XXIX Bericht der Lehranstalt, löil, S. 62 f. 3) S. Jost, Culturgeschichte zur neueren Gesch. der Isr. S. 152 t 5

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