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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1912-01-01 · 1912 · page 5

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1912
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273605--1636-2275421
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— 6 — Philippson dem Gedanken der Schaffung einer unabhängigen Pflanzstätte für die Wissenschaft des Judentums treu. Bei der Errichtung unserer Hochschule gehörte er zu den Vorkämpfern und stellte seine Erfahrung und sein Wissen in den Dienst der neuen Institution. Bei der Begründung unserer Lehranstalt in das Kuratorium gewählt, blieb er dessen eifrig mitschaffendes Mitglied bis zu seinem Tode. Die Verdienste Ludwig Philippsons um die Gesamtheit und um unsere Lehranstalt machten es uns zur ehrenvollen Pflicht, sein Andenken durch eine Gedächtnisfeier zu ehren; auch beschloss das Kuratorium, seine Büste in der Aula der Lehranstalt aufzustellen. Die Gedächtnisfeier fand am 8. Januar 1912 statt. Die eindrucksvolle Festrede des Mitgliedes unseres Lehrerkollegiums Herrn Dr. Elbogen, durch welche namentlich der Einfluss Ludwig Philippsons auf die Wissenschaft des Judentums und auf unsere Lehranstalt dargestellt ist, dürfen wir mit Erlaubnis des Festredners Ihnen in der Anlage zum Bericht überreichen. Mit Stolz konnte aber auch die Lehranstalt feststellen, dass die Sohne Ludwig Philippsons, die sein geistiges Erbe in treuer Pietät hüten, durch ihre Kundgebungen bei der Feier auch die Verdienste der Lehranstalt anerkannten. Durch eine gedankenreiche Ansprache gab Herr Professor Martin Philippson-Berlin der Gedächtnisfeier einen erhebenden Abschluss. Ein anderer Sohn des Gefeierten, Herr Generalkonsul Franz Philippson-Brüssel, machte aus Anlass des Gedenktages unserer Lehranstalt eine ebenso bedeutsame wie hochherzige Zuwendung. Er errichtete eine Ludwig-Philippson-Stiftung, die er mit 80 000 Mark dotierte. Auf Grund dieser Stiftung soll ein Lehrstuhl für die Geschichte des Judentums und der Juden geschaffen werden. Wir werden die Stiftungsurkunde Ihnen mit dem nächsten Jahresbericht mitteilen, nachdem wir die Allerhöchste Genehmigung eingeholt haben. Dem verehrten Spender, der durch seine werktätige Teilnahme die Verwirklichung der Ideale seines Vaters fördert, sprechen wir auch an dieser Stelle unsern herzlichsten Dank aus.

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