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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1911-01-01 · 1911 · page 63

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1911
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273603--1613-2275397
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— 63 — unterdrückt, um keinen Streit zwischen den Gemeindegliedern zu erregen, und einer dritten Ueberzeugung keine Worte leiht, "weil die minder Einsichtigen dadurch eine altgewohnte, ihnen nötige Stütze in ihrem religiösen Leben verlieren möchten1)." Der Segen der Fakultät würde mittelbar auch dem Leben sich mitteilen, da sie die Bildungsstätte der künftigen Rabbiner zu werden die Bestimmung hätte. Die jungen Theologen hatten damals einen dornenvollen Bildungsgang durchzumachen. Auf einer der alten Talmudschulen erhielten sie zuerst ihre jüdische Bildung. Sie bezogen die Universität, wo sie für alle Fächer Anregung und Unterweisung fanden, nur nicht für ihr eigenes Gebiet, die jüdische Theologie, wo sie hingegen mit einer Methode vertraut wurden, die sie an allem bisher Erlernten irre machen musste. Ein jeder war auf sich angewiesen, musste selbst den Weg sich bahnen, die Methode suchen, die Ansichten sich erkämpfen, die er in Predigt und Unterricht befolgen wollte2). „Wir entbehren0, so schreibt Geiger, in einer Stunde der Verzweiflung, als Student in sein Tagebuch3), „begeisternder Muster und der Anlehnung an einen Meister. Wenn doch einst ein jüdisches Seminar an einer Universität errichtet würde, wo Exegese, Homiletik und für jetzt noch Talmud und jüdische Geschichte in echt religiösem Geiste vorgetragen würden; es wäre die fruchtbarste und belehrendste Anstalt." Daher das Streben nach einer Fakultät, die, an eine der Universitäten angegliedert, im Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens stände, die von der allgemeinen geistigen Bewegung angeregt und befruchtet würde, die ihrerseits der jüdischen Theologie die wahre Geltung in der Wissenschaft und dadurch allmählich die Gleichstellung und Anerkennung im Leben herbeizuführen geeignet wäre. Der Vorschlag, der von Ludwig Philippson aufgenommen und in breitester 0Öffentlichkeit propagiert wurde, kam nicht zur Ausführung. Die erforderlichen Geldmittel konnten nicht aufgebracht werden. Geiger gab die Hoffnung auf die Verwirk- *) Ueber die Errichtung, S. 9 f. 2) das. S. 16 ff. ») Nachgel. Sehr. V., S. 27.

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