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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1910-01-01 · 1910 · page 52

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273601--1528-2275311
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— 53 — zwischen Ethik und Mathematik. Dieser Wahrheitssinn bildet den Anfangsgrund der Ethik. Aber die Gemeinsamkeit der Vernunft bleibt erhalten: Maimonides verbindet den „Gottesdienst des Herzens" (aSn nnny) mit den Vernunftprinzipien, an denen er den angegebenen Unterschied macht.1) Der Gott des Judentums ist der jenseitige Gott. Der Pantheismus macht ihm einen Vorwurf aus der Transszendenz. Besser soll der Gott sein, der mir im Busen wohnt; als ob er mir nicht im Busen, in des Busens Beine wohnte, gerade weil er über allen meinen Kräften thront. Die Uebersinnlichkeit Gottes ist die wahrhaftige Vorbedingung für eine sittliche Wirksamkeit, nämlich als Grundlage zu dienen für die sittlichen Verhältnisse des Menschengeschlechts und der Weltgeschichte. Wo Gott und Mensch oder Gott und Natur gleichgesetzt werden, da tritt unaufhaltsam die Mystik ein, welche das Sinnliche übersinnlich, und das Uebersinnliche sinnlich macht; welche die Sittlichkeit schwärmerisch verwirrt, und die natürliche Sinnlichkeit der Menschenwelt abergläubisch verdunkelt. Die Unsterblichkeit hängt daher mit der Gottesidee zusammen; beide bilden das Grenzproblem der sinnlichen Welt. Man weiss, dass Kant die Unsterblichkeit ebenso, wie die Gottesidee, aus dem Gebiete des eigentlichen Wissens ausgeschieden, dennoch aber als Idee der sittlichen Erkenntnis festgehalten hat. Das Judentum atmet in allen Bestimmungen über die Würde des Menschen, über den Wert des Menschenlebens die Zuversicht der Unsterblichkeit. „Ich weiss, dass mein Erlöser lebt!" Diese Hoffnung lebt im jüdischen Schrifttum lange vor Hiob; sie ist daher auch von der strikten Bedeutung des Hiobverses unabhängig. Und wie für Kant, so ist sie auch dem Juden vornehmlich notwendig für die sittliche Vergeltung. Aber was bei dem Philosophen, der aus der Aufklärung des 18. Jahrhunderts herauswächst, natürlich ist, das bildet einen Kuhm für die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters und ') MoreIII,61 ton mm wv Sk yuw in« ova ina»no man o»t?'t? DJvroy r^Din tei» nay'n w ssvrh law "wk Sa\ mnaan w»oa mnvon miapn. Der Mensch soll seine Gedanken allein auf die Gottheit richten, nachdem er zur Erkenntnis derselben gelangt ist; und das ist der besondere Gottesdienst derer die die Wahrheit gefunden haben, und ie mehr sie über ihn nachdenken und bei ihm verweilen, nimmt ihr Gottesdienst zu.

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