Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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und seine schönsten Lehrerfolge errungen. Es ist erstaunlich, wie er es verstanden hat, so weit entfernt vom Zentrum der Wissenschaft in Europa, sich auf dem Laufenden zu halten und den Gang der wissenschaftlichen Forschung auf mannigfachen Gebieten bis ins kleinsto zu verfolgen. Die Anregungen, die er nicht aus einem unmittelbaren persönlichen Verkehr mit Gelehrten und Fachgonossen empfangen konnte, suchte er aus Büchern zu erlangen, und seine Bibliothek gehörte zu den reichsten Privatbibliotheken, die ein Gelehrter je besass. Seine wissenschaftlichen und geistigen Interessen waren auch sehr vielseitig. Sie bewegten sich nicht bloss im Rahmen seines eigentlichen philologischen Faches. Schon in seiner Jugend hatte er eine ungewöhnlich vielseitige Ausbildung erhalten. Neben den Schul- und Gymnasial-Fächern wurde er „im Jüdischen" in althergebrachter Weise unterrichtet, und in seiner nächsten Umgebung empfing er die Anregung zu tieferen und umfassenderen Spezial¬ Studien in der klassischen Philologie und in der Altertumsforschung. Er studiorte eingehend die Bibel und die semitischen Sprachen, und als er sich später für das Sanskritfach entschloss, war er nach dem Zeugnis seiner Lehrer und namhafter Fachmänner auch ein Spezialist auf dem Gebiete der klassischen Philologie und der Kunde des Morgenlandes. Diese vielseitige Ausbildung kam ihm auch später bei seinen Studien auf dem Gebiete der indischen Sprachwissenschaft und Geschichte sehr zu statten. Sie zeigt sich in soinen kleinsten Arbeiten. Sein Blick war so offen, seine Umsicht so gross, dass er selbst dem sprödesten philologischen Stoff viele interessante Seiten abgewinnen konnte. Seine Studien über die Lautlehre führten ihn über die Grenzen grammatischer Spezialistik hinaus, und sein Blick war mehr auf die sprachphysiologischen Momente gerichtet, die sich aus dem verschiedenen Charakter der Laut© ergeben. Seine sprachvergleichenden Studien begründete er auf völkerpsychologischer Basis, seine etymologischen Sprachstudien im Sanskrit gehen von allgemein sprachphilosophischen Gesichtspunkten aus, und aus der Entwicklung der einzelnen Begriffe suchte er die Entwicklung der Kulturverhältnisse zu erforschen. So verstand er es, alle seine Arbeiten grosszügig zu gestalten und. vom Allgemeinen ins Besondere zu gelangen. In mancher seiner Arbeiten zeigt sich auch der Historiker, der auch dort - Zusammenhänge findet, wo für das gewöhnliche Auge die Ver-