Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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— 5S er als Vertreter der Alliance eine Audienz in Berlin bei dem Schah von Persien. In diese Jahre fallt die Gründung des rumänischen Komites, an dem sich auch Lazarus und Kristeller beteiligen. Als 1878 eine Deputation der Alliance aus Paris kam, um beim Berliner Kongress-für die Rechte der Juden in Rumänien zu wirken, tritt Bleichröder für diesen Zweck in Beziehung zu Neumann. In diese Richtung seiner jüdischen Tätigkeit gehört auch seine ausgedehnte und intensive Arbeit gegen die antisemitische Politik". Die antisemitische Bewegung, die 187!) schärfer einsetzte, überrascht ihn weder, noch deprimiert sie ihn; aber er beobachtet sie von Anfang an mit grösster Genauigkeit. Damals entstand der Grundstock seiner Zeitungsausschnittsammlung, die sich schon bei den ersten parlamentarischen Debatten als wertvolles Hilfsmittel erwiesen hat. Gegen Treitschkes Artikel in den Preussischen Jahrbüchern tritt er 1880 mit der Schrift über die „Fabel von der jüdischen Masseneinwanderung" in den Kampf ein. Virchow citiert sie bei der Hähneischen Interpellation im Hause der Abgeordneten am 20. November 1880. Der Ritualmordprozess von Tiszla-Eslar führte zur Gründung des Dezember-Komitees. Dann folgten die ersten russischen Greuel. Neumann organisierte das russische Hilfskomitee und verfasste gemeinsam mit Theodor Mommsen den Aufruf zur Hilfeleistung. Auch die Alliance veranstaltete auf sein Betreiben hierzu eine Delegierten-Versammlung in Berlin., Wie er mit der ganzen Kraft seiner Seele, seiner Beredsamkeit, seiner Kenntnis und Umsicht und mit seinem grossen Ansehen bei den social einflussreichen jüdischen Kreisen unermüdlich tätig war, um zur Beteiligung am Kampfe aufzurütteln, und vorab das Ignorieren der Gefähr zu vereiteln, das kann ich selbst aus genauester Kenntnis bezeugen. Auch für die deutschen Verhältnisse trat er mitlseinem Eifer ein, so in der Wahlpropaganda für die Provinz Hessen-Nassau, insbesondere auch für die Verbreitung meines dem Landgericht zu Marburg 1888 erstatteten Gutachtens "über „die Nächstenliebe im Talmud." In der Stadtverordnetenversammlung trat er 1896 gegen die Praxis des Magistrats für die Gleichberechtigung